Digitales Erbe Fimberger im Interview

„Digitales Erbe Fimberger“ (Website) kümmert sich im Auftrag von Unternehmen und Hinterbliebenen um Datenforensik, Spurensuche und die digitale Nachlassverwaltung. Wir haben mit Marie-Theres Fimberger und Armin Wagner über die Herausforderungen der Nachsorge und die Möglichkeiten der Vorsorge gesprochen!

Wer sind Sie und wie haben Sie mit digitalen
Nachlässen zu tun?

Wir sind das „Digitale Erbe Fimberger“ und seit 2013 offiziell, erfolgreich am Markt. Wir arbeiten Seite an Seite mit Bestattern in und um München und seit neuerstem auch mit einer neuen Niederlassung im Großraum Frankfurt zusammen. Aus Österreich und der Schweiz kommen immer mehr Anfragen bei uns an. Das digitale Erbe Fimberger kümmert sich von A bis Z, von der digitalen Vorsorge hin bis zum digitalen Nachlass. Das digitale Erbe eines Menschen enthält oft große persönliche oder materielle Werte auf Geräten und im Netz.

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„Erinnerungsartefakte sollten sichtbar sein“: Über digitales Erinnern

Digitales Erinnern: Fragmente und Artefakte

Auf der re:publica 2016 ergab sich ein Gespräch mit Stephanie Neumann und Katja Böhme, deren Session „Things to remember“ das Erinnern in Zeiten der Digitalisierung beleuchtete. Wir haben den beiden Referentinnen einige Fragen rund um Erinnerungs- und Trauerkultur gestellt.

Wie kamen Sie auf das Thema „digitales Erinnern“?

Wir haben festgestellt, dass wir zunehmend Dinge, die uns etwas bedeuten, nur noch in digitaler Form haben, etwa Postings, Bilder oder Chat-Kommunikationen. Wir suchen aber noch geeignete Formen beim Erinnern mit diesen Artefakten, wie wir sie im Umgang mit physischen Erinnerungsdingen kennen: Die Uhr des Großvaters, die wir immer bei uns tragen, der Stein in der Hosentasche, der uns an einen Urlaub erinnert, die Kiste mit den gesammelten Briefen und Fotos aus alten Zeiten. Wir haben uns gefragt, wie wir mit den uns wichtigen digitalen Artefakten angemessen erinnern können. Was uns bisher noch fehlt, ist quasi eine „digitale Schatztruhe“.

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„Der Friedhof gibt Auskunft über die Gesellschaft und ihren Wandel“ – die Friedhofssoziologen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler im Interview

Grabstein mit QR-Code: Friedhofssoziologen erforschen auch den digitalen Wandel auf Friedhöfen

Die beiden Friedhofssoziologen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler erforschen seit 2008 die Verbindung zwischen Tod und Gesellschaft und nehmen dabei auch Friedhöfe unter die Lupe. Ihre sozialwissenschaftliche Forschungsarbeit dokumentieren sie auch im Netz. Wir haben die beiden Wissenschaftler nach On- und Offline-Friedhöfen befragt.

Foto: Die beiden Wissenschaftler Thorsten Benkel und Matthias Meitzler
Links T. Benkel, rechts M. Meitzler. (c) Sven Moschitz

Als Soziologen beschäftigen Sie sich seit einiger Zeit intensiv mit Friedhöfen – warum?

BENKEL:
Begonnen hat alles mit einem Soziologie-Seminar an der Universität Frankfurt, bei dem T. Benkel der Dozent und M. Meitzler Student war.

Der Tod war bis dahin ein kaum bearbeitetes Thema in der Soziologie. Wir kamen spontan auf die Idee, einmal auf dem Friedhof die soziologischen Potenziale auszuloten. Zuvor hatte es noch keine empirische Untersuchung von Friedhöfen gegeben. Wir waren überrascht über unsere Funde.

Foto: Grabstein mit Fußballschuhen
Grabstein mit Fußballschuhen.
(c) Benkel/Meitzler

Es zeigte sich: Der Friedhof gibt Auskunft über die Gesellschaft und ihren Wandel. Er zeigt, wie Menschen heute mit dem Problem der Sterblichkeit umgehen. Er ist außerdem eine Art Kulturarchiv. Wir haben seither über 950 Friedhöfe im gesamten deutschsprachigen Raum besucht und 54.000 Fotos von Grabstätten gemacht, die aus dem traditionellen Darstellungskanon herausfallen – weil gerade diese Gräber ebenfalls einiges über gesellschaftliche Transformationsprozesse verraten.

Parallel haben wir uns mit dem Hospiz, dem Krankenhaus, mit Obduktion/Pathologie, der Organspende, dem Tiertod in Deutschland und mit anderen weiteren angrenzenden Themenbereichen beschäftigt – und natürlich auch mit dem Tod in der virtuellen Welt.

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