Die digina 2017 im Rückblick

Die digina 2017 ist nun eine gute Woche her – Zeit wird’s für einen Rückblick.

Viele Teilnehmer – viele Perspektiven

Ein Blick in die Konferenzteilnehmerliste zeigt: Der Plan ging auf. Ein facettenreiches Thema, wie es der digitale Nachlass ist (seit über zwei Jahren behandeln wir es hier bei digital-danach.de, ohne zu einem Ende gekommen zu sein), wollten wir branchen- und themenübergreifend diskutieren. Die Teilnehmer setzten sich tatsächlich entsprechend vielfältig zusammen. Menschen aus dem Bestattungs- und Friedhofswesen, aus dem Bereich der Trauerarbeit und der Kirche, dem Banken- und Versicherungssektor, der Politik und dem Wissenschaftsbetrieb, der IT und der freien Wirtschaft, insbesondere auch der Startupszene, und aus dem Verbraucherschutz waren am 16.11.2017 in München zusammengekommen.

Während im letzten Jahr bei der ersten digina im Mittelpunkt stand, gemeinsam zu benennen, was digitaler Nachlass ist und wer davon betroffen ist, ging es dieses Jahr immer wieder um den Blick in die Zukunft: Wo soll es hingehen? Wer muss aktiv werden? Was brauchen wir, was fordern wir?  

Ein Bestatterthema?

Dafür, dass die Bestattungsbranche mit dem Thema bisher am sichtbarsten nach außen Auftritt, nahmen erstaunlich wenige Bestatter und Bestatterinnen am Dialog Teil. Und das, obwohl Oliver Wirthmann als Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur e.V. / GmbH auf dem Podium die Lufthoheit beanspruchte. Mit ihm war immerhin ein prominenter Vertreter des Bundesverbands zu Gast. Der Verband unabhängiger Bestatter war dieses Jahr nicht vertreten.

In der Tat verhalten sich die anderen Branchen noch zögerlich, wenn es um eine Positionierung zum Thema geht. Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Förderer wider. Nicht die großen Player aus Versicherungs- und Bankenbranche oder aus dem Online-Unternehmertum, von denen viele in München sitzen, machen die Veranstaltung möglich. Es sind vor allem kleinere Unternehmen und Startups, oft Unternehmen aus dem Themenumfeld digitaler Nachlass / digitale Vorsorge. 

Besonders freute uns, dass eine Einrichtung der bayerischen Staatsregierung erkannt hat, wie brisant das Thema ist – und die digina entsprechend unterstützte: das Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) und insbesondere das ZD.B-Projekt Verbraucherbelange. Das passt gut, da im Verlauf der Konferenz immer deutlicher wurde: Das Thema digitaler Nachlass braucht staatliche Unterstützung, vor allem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung.

Ein gesellschaftlicher Dialog

Das passt auch deswegen gut, weil sich das ZD.B auf die Fahnen geschrieben hat, den „gesellschaftlichen Dialog zu Themen der Digitalisierung“ zu begleiten und zu fördern, im Grunde wie wir als digina-Veranstalter. Dominik Golle, der am ZD.B für das Thema Verbraucherbelange in der Digitalisierung verantwortlich ist, antwortet auf die Frage, warum sie die digina 2017 unterstützt haben:

Am ZD.B und insbesondere im Bereich Verbraucherbelange in der Digitalisierung haben wir einen ähnlichen Ansatz: Nur durch die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft können wir den Prozess der digitalen Transformation erfolgreich meistern.

Die digina adressiert dabei ein Zukunftsthema, das uns heute schon massiv betrifft – und das primär in unserer Rolle als Individuen, als Verbraucher. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Konferenz nicht nur durch die Vermittlung von Rednern, sondern auch als Hauptsponsor zu unterstützen.

In der Besetzung der Podien zeigt sich dann doch auch von Unternehmensseite eine deutliche Dialogbereitschaft: Mit Werner Mantl von der Stadtsparkasse München, Sandra Bührke von der HypoVereinsbank, Anja Schöne von Lebensversicherung von 1871 a. G. München (LV 1871), Dominik Schön von der CodeCamp:N GmbH (einer Tochtergesellschaft der Nürnberger Versicherungsgruppe), und mit Dr. Jan Hannemann von Google.

In Zukunft

Wie eine Fortsetzungsveranstaltung aussehen kann, bleibt zu klären. Zielsetzungen gäbe es verschiedene, denn es wird in vielerlei Hinsicht Bedarf an Informationen, Austausch und Vernetzung geben. So werden spezifische Fachinformationen genauso wie breitenwirksame Aufklärung gefragt sein, evtl. auch eine Plattform, auf der man sich gezielt hinsichtlich wirtschaftlicher Kooperationsmöglichkeiten austauschen kann, z.B. Startups mit alteingesessenen Branchen.

Unser diesjähriges selbst gestecktes Ziel haben wir jedenfalls erreicht: Dran bleiben am Thema, laut sein, Aufmerksamkeit erzeugen, sensibilisieren, den mit der digina16 begonnenen Dialog fortsetzen, Menschen quer durch alle Branchen und Themenfelder vernetzen. Die Besucherzahl ist auf das doppelte gestiegen, das Programm konnten wir von sechs auf 22 Veranstaltungspunkte ausbauen. Und die Bereitschaft der Referentinnen und Referenten, am Thema mitzuwirken, war großartig.

Weitere Rückblicke

Einen inhaltlichen Rückblick gibt es außerdem von Kristina Lutilsky, die für die digina-Pressearbeit verantwortlich zeichnet. Ihre Schlüsse und Erkenntnisse hat sie im digina-Blog zusammengefasst:

Forderungen der digina 2017: Wir brauchen gesetzliche Richtlinien, technische Standards und eine Menge Vertrauen!
Zum Artikel

Ebenfalls einen inhaltlichen Einblick gibt Dennis Schmolk, und zwar im Blog „Vorsorgeweitblick“ der LV1871:

Zum zweiten Mal fand nun schon die digina statt – die Konferenz zum digitalen Nachlass und zur Online-Trauer. Mitveranstalter Dennis Schmolk fasst die wichtigsten Ereignisse und Erkenntnisse zusammen.
Zum Artikel

Außerdem war die digina in der „Rundschau“ des BR vom 16.11. Thema. Auch die evangelische Sonntagszeitung griff die Konferenz auf.

Weitere Rückblicke werden nach und nach hinzugefügt!

 
Fotos: www.glamandglow.de
Montage: Dennis Schmolk

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