digideath.de – Rechtsanwalt Thilo Zachow im Interview

Beitragsgrafik: Unbeschriftete Wegweiser vor Himmel mit Wolken

Thilo Zachow ist Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt IT- und Medienrecht. Unter digideath.de bietet er seine Dienste auch speziell in der digitalen Nachlasspflege an: Laut Beschreibung geht es bei digideath um den Umgang mit Daten und Äußerungen im Internet und den digitalen Nachlass. Grund genug, Thilo Zachow zu interviewen!

Herr Zachow, bei unseren Recherchen sind wir auf Ihrer Seite gelandet – die URL digideath.de hat eine klare Aussage und ich hätte zuerst eine Vor- oder Nachsorge-Plattform erwartet. Sie sind allerdings Rechtsanwalt. Wann und warum haben Sie sich auf digitalen Nachlass spezialisiert?

Thilo Zachow, Fachanwalt für IT-Recht
Thilo Zachow, Fachanwalt für IT-Recht

Die Spezialisierung hängt damit zusammen, dass ich als IT- und Urheberrechtler in der Praxis im Jahr 2014 mit den ersten Fällen konfrontiert wurde. Ich weiß noch, dass mich ein sehr kranker Mandant aufsuchte, der die außerordentliche Beendigung eines Internetsystemvertrags wünschte und ich das gegenüber dem Anbieter mit einem aus dem Mietrecht entliehenen Sonderkündigungsrecht bei dem Tod des Mieters begründete. Der Anbieter ging auf die Argumentation ein und die Erben mussten nicht in das Dauerschuldverhältnis des Erblassers zum Anbieter eintreten. Ein weiterer Fall betraf eine Witwe, deren verstorbener Ehemann im Internet diffamiert wurde.

 

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Monatsrückblick August: Vom Netzwerken und „ultimativen Selfies“

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Im August 2016 gab es wieder einige mediale Erwähnungen des Themas digitaler Nachlass sowie einiges in eigener Sache – eine Xing-Gruppe und die Ankündigung der digina.16.

Augmented Eternity

Jens Lubbadeh spürt auf Spiegel Online dem Thema nach, wie uns digitale Klone unsterblich machen sollen. Bereits mehrere Firmen und Forscher arbeiten daran, „virtuelle Abbilder von Menschen zu erschaffen, die weiterleben“. Auch, wenn wir biologisch tot sind,

„eine digitale Kopie von uns existiert in der digitalen Sphäre weiter. Sie ist unser Vermächtnis, das ultimative Selfie sozusagen.“

An Geschäftsmodellen für diese eigene Art von Vermächtnis fehlt es jedenfalls nicht. (digital.danach hatte sich dem Thema im November 2015 gewidmet.)

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In eigener Sache: Jetzt Tickets zur digina.16 sichern!

Tickets verfügbar: digina.16 – erste deutschsprachige Fachkonferenz zum Thema digitaler Nachlass

Es ist soweit: Ab sofort gibt es Tickets für die digina.16 in Hamburg.

Alle Infos zur ersten deutschsprachigen Fachkonferenz zum digitalen Nachlass gibt es immer aktuell unter www.digina16.de. Besondere Programmhighlights: Es sprechen u.a. der Internet-Soziologe Stephan Humer, Birgit Aurelia Janetzky (mit SEMNO eine Vorreiterin des Themas) und Simone Vintz (Stiftung Warentest).

Tickets & Buchung

Es sind insgesamt 70 Tickets verfügbar: Die ersten 20 „Early Bird“-Tickets gibt es zum Preis von 69 Euro (netto), danach kosten die Eintrittskarten 99 Euro (netto). Im Preis inbegriffen ist die Verpflegung vor Ort.

Die Buchung ist unter digina16.de oder direkt hier (via doo.net) möglich:

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„Wir schieben die Vorsorge auf“: Interview mit Evan Carroll von „The Digital Beyond“

Screenshot: The Digital Beyond

Mit „The Digital Beyond“ (Website) von Evan Carroll und John Romano gibt es bereits seit einigen Jahren eine englischsprachige Web-Quelle zu digitalem Nachlass. Die beiden haben ebenfalls ein Buch mit dem Titel „Your Digital Afterlife“ herausgegeben. Wir haben Evan Carroll, den „ersten Autor zu digitalem Nachlass“, einige Fragen gestellt. 

(English version below.)

Evan Carroll
Evan Carroll

Bitte erzählen Sie uns in zwei Sätzen: Wer sind Sie, was ist The Digital Beyond und was haben Sie mit digitalem Nachlass zu tun?

Ich bin Autor und Mitgründer von „The Digital Beyond“, der ersten Online-Quelle, die sich ganz dem digitalen Nachlass verschrieben hat. Außerdem bin ich Co-Autor des ersten Buches über digitalen Nachlass, „Your Digital Afterlife“.

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Computerarchäologie und digitaler Nachlass: Interview mit Dr. Stefan Höltgen

Artefakt der Computerarchäologie: Restaurierter Exidy Sorcerer Völz

Dr. Stefan Höltgen (privat) ist bekannt für seine Beschäftigung mit Computerarchäologie. Wir haben ihm einige Fragen zu Exponaten aus Nachlässen, Spuren Verstorbener und zur Technikgeschichte gestellt. Zudem hat er uns einen Einblick in die Sammlungen der HU Berlin gewährt und einige Fotografien von Exponaten, Nachlässen und „Vor-Lässen“ zur Verfügung gestellt.

Herr Dr. Höltgen, die Methodik Ihrer Medien- und Computerarchäologie zielt nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Gegenwart.

Dr. Stefan Höltgen
Dr. Stefan Höltgen

Sehr richtig. Medien- und Computerarchäologie hat zunächst einmal nichts mit dem akademischen Fach „Archäologie“ zu tun, das sozusagen als Hilfswissenschaft für die Geschichtsschreibung Artefakte ausgräbt. Archäologie, wie wir sie meinen, basiert auf dem Konzept Michel Foucaults, der Ende der 1960er-Jahre versucht hat, die Geschichtsschreibung auf ihre Macht-Dispositive zu untersuchen und zu fragen, welche Mechanismen stecken eigentlich hinter Geschichtsschreibung, die Geschichte so (und nicht anders) produziert, die auf bestimmte Archivgegenstände zurückgreift (und andere ignoriert), die bestimmte Argumentationsmuster und Stilmittel verwendet, um aus den kontingenten vergangenen Ereingnissen Wissen zu generieren. Dass sich diese Vorgehensweise nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart anwenden lässt, dürfte klar sein.

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In eigener Sache: digina.16 – Die Konferenz zum digitalen Nachlass

Banner Konferenz digina.16

Viele Menschen und Unternehmen befassen sich bereits heute beruflich mit digitalem Nachlass, von Vorsorge-Services über Versicherungen bis hin zu Bestattern und Seelsorgern. Und es werden stetig mehr. Wir finden, es ist an der Zeit, sich auszutauschen. Über die Konferenz Die digina.16 ist die erste deutschsprachige Fachkonferenz zum Thema digitaler Nachlass. Sie findet am Donnerstag, den 24.11.2016, … weiterlesen

„Verträge mit Online-Diensten machen nur einen Bruchteil aus“ – Bernd Storm van’s Gravesande von Aboalarm im Interview

Startseite Aboalarm

Aboalarm (Website)  bietet Nutzern die Möglichkeit, verschiedenste Verträge zu kündigen – gebündelt aus einem Interface, unabhängig davon, ob die Vertragspartner eine Kündigung per Fax, Mail oder Brieftaube verlangen. Wir haben uns mit Bernd Storm van’s Gravesande, Gründer & Geschäftsführer von Aboalarm, über die Kündigung von Verträgen Verstorbener, digitalen Nachlass und die typischen Verträge im Jahr … weiterlesen

„Beliebt in deinem Netzwerk“ – Themen im Juli 2016

Digitaler Nachlass in der Presse

Es tut sich was. Auch im Juli war das Thema digitaler Nachlass präsent in der Presse, z.B. in der Süddeutschen Zeitung über die Regelung des digitalen Erbes, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (kostenpflichtig) über den virtuellen Friedhof, in der DIE WELT und dem Weser Kurier über Zombies im Netz. Auch wenn die Artikel von ganz unterschiedlicher Qualität sind, begrüßen wir das sehr – denn dank dieser Berichterstattung beginnt das Thema in der Gesellschaft anzukommen. Wo wir vor einem Jahr noch in ratlose Gesichter geschaut haben, wenn wir erzählt haben, worüber wir bloggen, passiert es mir jetzt regelmäßig, dass Leute antworten: Ah, ja, das kommt mir bekannt vor, da stand erst etwas in der Zeitung. Fazit: Gerne mehr!

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Digitales Erbe Fimberger im Interview

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„Digitales Erbe Fimberger“ (Website) kümmert sich im Auftrag von Unternehmen und Hinterbliebenen um Datenforensik, Spurensuche und die digitale Nachlassverwaltung. Wir haben mit Marie-Theres Fimberger und Armin Wagner über die Herausforderungen der Nachsorge und die Möglichkeiten der Vorsorge gesprochen!

Wer sind Sie und wie haben Sie mit digitalen
Nachlässen zu tun?

Wir sind das „Digitale Erbe Fimberger“ und seit 2013 offiziell, erfolgreich am Markt. Wir arbeiten Seite an Seite mit Bestattern in und um München und seit neuerstem auch mit einer neuen Niederlassung im Großraum Frankfurt zusammen. Aus Österreich und der Schweiz kommen immer mehr Anfragen bei uns an. Das digitale Erbe Fimberger kümmert sich von A bis Z, von der digitalen Vorsorge hin bis zum digitalen Nachlass. Das digitale Erbe eines Menschen enthält oft große persönliche oder materielle Werte auf Geräten und im Netz.

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Gastrezension von Birgit Aurelia Janetzky: Antonia Kutscher – „Der digitale Nachlass“

Cover: Antonia Kutscher, Der digitale Nachlass

Neben unseren Recherchen und Gesprächen haben wir es uns auch zur Aufgabe gemacht, die Literatur zum Thema digitaler Nachlass im Blick zu behalten. Die Texte, die wir relevant finden, nehmen wir in unsere digital.danach-Mediathek auf. Die wissenschaftliche Arbeit von Antonia Kutscher mit dem Titel „Der digitale Nachlass“ gehört dazu. Birgit Aurelia Janetzky hat sich die Arbeit … weiterlesen