„Bestatter, Internet-Nutzer und Hinterbliebene sensibilisieren“: Pacem Digital-Gründer Marko Kunig im Interview

Bild mit Sprechblase und Schriftzug "Interview"
Marko Kunig
Marko Kunig (c) privat

Marko Kunig, 34, gründet gerade sein Datenlöschungs-Startup “Pacem Digital”. Wir haben ihn im Münchner Tap House getroffen und uns alles über das neue Unternehmen im Bereich digitaler Nachlassverwaltung erzählen lassen.

d.d: Hallo Herr Kunig! Zunächst: Was ist „Pacem Digital“ und welches Problem löst Ihr Service?

M.K.: „Pacem Digital“ ist ein Angebot zur Nachlassvorsorge und -verwaltung im Internet, wir kümmern uns also um das, was man „digitalen Nachlass“ nennt.

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Streaming- und Abo-Dienste: Filme, Serien, Musik, Hörbücher (Teil 1)

Grafik mit einer Note und Schriftzug "Streaming: Musik"

Wer viele Serien guckt, gerne Hörbüchern lauscht oder regelmäßig Musik hört, hat häufig eine Flatrate gebucht. Wir zeigen im ersten Teil unserer Streaming-Artikelreihe, was mit den Inhalten nach dem Tod des Abonnenten geschieht.

Welche Dienste könnte der Verstorbene genutzt haben?

Zu den beliebtesten legalen Streaming-Anbietern (kostenpflichtige Statistik von Statista) von Filmen und TV-Serien zählen Amazon Instant Video, Maxdome, Watchever, iTunes und Google Play. Amazons Service liegt dabei mit einem Marktanteil von 38% (vor allem Prime-Kunden mit Instant-Zugriff) einsam an der Spitze, mit je 11% folgen Maxdome, Google Play und iTunes.

Im Bereich Musik gibt es momentan noch kaum einsehbare Nutzungsstatistiken. YouTube macht noch immer einen großen Anteil aus. In der Presse werden die Streaming-Dienste Spotify, Soundcloud und last.fm am häufigsten erwähnt. Den Marktüberblick erschwert, dass die Portale nur wenige ausgewählte Daten veröffentlichen. Zudem bleibt der MP3-Download, also der Kauf von Einzeltiteln oder Alben, weiterhin eine beliebte Alternative zum Streaming.

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Websites und Blogs nach dem Tod ihres Betreibers finden und verwalten

Bild eines Laptops mit Schriftzug "Websites finden"

Viele Menschen haben eine „eigene“ Website mit eigener .de- oder .com-Domain und eigenen Inhalten – für ihren Beruf, ihren Nebenerwerb, für einen Verein oder zu einem Hobby. Andere betreiben Blogs bei Dienstleistern wie WordPress.com oder Medium.com oder sie verwalten ein Forum, ein Social Network oder einen Spieleserver. Im Fall kostenpflichtiger Dienste kann es passieren, dass diese nach dem Tod des Verantwortlichen abgeschaltet werden oder nicht mehr erreichbar sind – etwa, weil die Kosten für eine Domain nicht mehr bezahlt werden.

Bei selbstgehosteten Inhalten können Zahlungsausfälle darüber hinaus dazu führen, dass Daten gelöscht werden, weil der Webspace-Vertrag endet. Andererseits können Daten, die nach dem Willen des Verstorbenen oder der Hinterbliebenen aus dem WWW verschwinden hätten sollen, weiterhin auffindbar sein. Wer einen digitalen Nachlass zu verwalten hat, muss sich also auf jeden Fall Gedanken um hinterlassene Websites und Blogs machen.

Wie kann man die Seiten des Verstorbenen erhalten?

Der Verstorbene hat möglicherweise viel Zeit und Energie in eine Webprojekt gesteckt und gute Inhalte generiert. Daher möchten viele Angehörige, aber auch andere an den Projekten Beteiligte, dafür sorgen, dass Websites verfügbar bleiben.

Zum Erhalt der Seiten besteht einerseits die Möglichkeit, die Verträge bei bestehenden Dienstleistern zu übernehmen. Normalerweise werden diese Verträge vererbt, aber es schadet nicht, mit den Providern Kontakt aufzunehmen, um sicherzugehen und das Erbe zu regeln.

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Der Tod in virtuellen Welten

Grafik mit einer Glocke und Text "For whom the bell tolls ..."

Viele Millionen Menschen weltweit spielen regelmäßig Online-Games, die sie in virtuelle Welten entführen. Die Spanne reicht hier von Browsergames wie “Farmville” über MMORPGs wie “World of Warcraft” bis hin zu Welt-Simulationen wie “Second Life”. Der Tod einer Spielfigur, eines Charakters oder Avatars, ist in vielen Spielen an der Tagesordnung. Was aber geschieht, wenn ein Spieler im echten Leben stirbt? Wie nehmen andere Spieler Abschied – und wie erfahren sie überhaupt vom Tod eines Clanmates oder Mitspielers, der einfach nicht mehr zum Spiel erscheint? Statistisch betrachtet ist die Mortalität unter Online-Gamern noch nicht bedeutend, da die meisten Online-Spieler noch jung sind – was den Einzelfall besonders tragisch macht, aber auch dafür sorgt, dass das Thema wenig Beachtung findet.

Genauso wichtig wie das “real live”

Angehörigen eines verstorbenen Gamers muss bewusst sein, dass diesen das Spiel oft als ebenso bedeutsam wie andere, “reale” Aktivitäten und Umgebungen war. Das zeigt sich besonders im Umgang mit den Mitspielern, die sich in vielen Spielen in Clans organisieren.

Möglicherweise war dem Verstorbenen das soziale Umfeld im Spiel ebenso wichtig wie die Schulfreunde, Kommilitonen oder Kollegen.

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Wie rettet man Daten vom Computer eines Verstorbenen?

Download-Illustration mit Schriftzug "Daten sichern"

Der Computer eines Menschen enthält fast immer einen großen Teil seiner digitalen Identität. Der PC oder Mac ist daher der erste Gegenstand, der Aufschluss über Art und Umfang eines digitalen Nachlasses geben kann. Wer einen solchen Rechner erbt, steht häufig vor der Frage, wie er an den Inhalt gelangt.

Was kann sich auf dem Computer befinden?

Auf dem Rechner befinden sich oft die wichtigsten Daten des Verstorbenen: E-Mails, Briefe, Musik, Fotos, Videos und Notizen. Aber auch Zugangsdaten zu Social-Media-Profilen, die Browserhistorie, Lesezeichen und Downloads können bei der digitalen Nachlasspflege hilfreich sein. Vielleicht benötigt man auch dringend Zugang zu gescannten Dokumenten des Verstorbenen oder zu den lokalen Kopien von Cloud-Dateien (Dropbox, Copy).

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