Digitaler Nachlass im August 2017

Was war im August 2017 los in Sachen digitaler Nachlass? Ein Überblick

Zweite Bitkom-Studie zum digitalen Nachlass

Am 10. August 2017 erschien die zweite Studie des Branchenverbands Bitkom zum digitalen Nachlass. Ergebnisse:

  • 80% der Internetnutzer haben ihren digitalen Nachlass noch überhaupt nicht geregelt
  • Vor allem die jüngsten und ältesten befragten Nutzer sind schlecht vorbereitet: „88 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 96 Prozent der Generation 65 Plus, die im Internet aktiv sind, haben sich um ihren digitalen Nachlass noch überhaupt nicht gekümmert.“
  • 18% haben ihren digitalen Nachlass bislang ganz oder teilweise geregelt (je 9%)
  • 59% der Befragten ist die Dringlichkeit und Bedeutung der Nachlassregelung bewusst, handeln aber noch nicht danach
  • 32% halten das Thema für unwichtig
  • 30% setzen sich ungerne mit dem Thema auseinander
  • 69% fühlen sich noch nicht ausreichend informiert, um ihren digitalen Nachlass zu regeln

Zu den Hintergründen siehe auch unser Interview mit Susanne Dehmel (Bitkom)

Digitale Nachlassregelung per Dampfwalze: Terry Pratchetts Festplatte wurde zerstört

Wir kennen das von Kafka: Literaten verfügen manchmal die Zerstörung ihres (Spät-) Werks. Wir wissen auch, dass das bei Kafka nicht erfolgreich war. Nun wurde der Nachlass eines großen, bekannten und beliebten Schriftstellers tatsächlich gemäß seinen Wünschen zerstört: Terry Pratchetts Festplatte wurde von einer Dampfwalze überrollt. Da der Fantasy-Autor, der in seinen letzten Jahren an einer neurodegenerativen Krankheit litt, auch unter Nerds beliebt war, bildeten sich eigene Formen der Trauer: 

Einer seiner Fans reagierte auf die Todesnachricht mit einer Petition bei Change.org mit der Forderung, der Tod möge Terry Pratchett zurückgeben. Binnen zweier Tage wurde sie von über 25.000 Fans unterzeichnet. Betreiber verschiedener Internet-Server fügen zum Gedenken an Pratchett – und in Anlehnung an eine in Ab die Post dargestellte Form des Gedenkens – zusätzliche Header-Zeilen in die ausgehenden Daten ihrer Server ein. (Wikipedia)

AR-App reichert Grabstätten an

Die Augmented-Reality-App „Spot Message“ erlaubt es, an realen Orten virtuelle Nachrichten und andere Inhalte zu hinterlegen:

Yoshiyuki Katori ist Geschäftsführer eines Unternehmens, das Grabsteine herstellt. Mit einer Smartphone-App ermöglicht er Hinterbliebenen, an realen Orten virtuelle Grabstätten für Verstorbene einzurichten. Besucht man die Grabstätte, werden auf dem Smartphone-Display Nachrichten, Bilder oder Videos in Form digitaler Einblendungen angezeigt, die von Hinterbliebenen oder den Verstorbenen vor ihrem Tod an vordefinierten Orten hinterlegt wurden.

(Danke an Peter Schmidt-Meil für den Hinweis.) 

Linktipp: Badische Zeitung

In einem ausführlichen Artikel widmet sich Moritz Lehmann in der Badischen Zeitung der praktischen Seite: Der Tod im Netz: 8 Tipps für den digitalen Nachlass. Im Interview sind u.a. Dennis Schmolk und Christian Solmecke. Leider ist der Artikel inzwischen hinter eine Registrierungs-Wall gerutscht, lohnt sich aber.

Featured Image: Photo by Kassem Mahfouz on Unsplash

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