Das digina-Team im Interview

Neben unserer Text-Arbeit für digital.danach und unseren Vorträgen beschäftigen wir uns momentan intensiv mit den digina-Vorbereitungen. Am 16.11.2017 findet ja unsere zweite Konferenz zum digitalen Nachlass statt, die digina 2017. Im Gegensatz zum letzten Jahr planen wir allerdings nicht zu zweit, sondern haben uns Unterstützung ins Boot geholt. Heute wollen wir euch unser fünfköpfiges Konferenzteam noch einmal genauer vorstellen und die einzelnen Teammitglieder dabei zu Wort kommen lassen. Was treibt sie an, neben unseren normalen Berufen und unserer alltäglichen Arbeit dieses Wagnis anzugehen?

Mario C.G. Juhnke und David Sporer sind Anfang des Jahres zufällig auf digital-danach.de aufmerksam geworden. Kurz darauf saßen wir in einem Münchner Lokal, um uns intensiver über digitalen Nachlass auszutauschen. Als Geschäftsführer der mediahelden GmbH beschäftigt sich Mario seit Jahren mit digitalen Themen in der Medienwelt und dem Marketing. „Persönliche Umstände brachten mich mit dem Thema in Verbindung. Dabei ist mir aufgefallen, was noch alles fehlt. Ich selbst hatte versucht einzugreifen, aber die Grenzen des machbaren, bzw. des bezahlbaren waren schnell erreicht. Es lässt mir keine Ruhe, dass dieses wichtige und unverzichtbare Thema so wenig Beachtung im Alltag findet.“

„Das Thema bekommt zu wenig Aufmerksamkeit“

Diese Tatsache treibt auch uns bei digital.danach um: „Ich finde, dass dem Thema kulturell, gesellschaftlich, politisch und auch wirtschaftlich viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es passieren gerade viele spannende Dinge: Facebook-Urteil zum digitalen Nachlass, die Diskussion um den Wert von Daten, fahrlässige Debatten über Privatsphäre und Überwachung. Das alles ist zu wichtig, um sich nicht einzumischen,“ bekräftigt Dennis. Zumal die Zeiten, in denen wir Digitales als zweitrangig verstanden haben, vorbei sind: Wir arbeiten, handeln, kommunizieren, spielen, kreieren im Netz. Das ist nicht Teil einer virtuellen Parallelwelt, sondern Teil unseres Alltags. Dafür brauchen wir genauso schützende Rahmen, Routinen und Regelungen wie für unser analoges Leben.

David ist Marios Geschäftspartner und macht sich als Software-Entwickler Gedanken: „Für mich bedeutet digitaler Nachlass auch die Kontrolle darüber, was mit meinem digitalen Vermächtnis einmal passiert, wenn ich nicht mehr hier bin. Gerade als SaaS-Anbieter erleben wir selbst täglich, wie Nutzer mit ihren Daten umgehen. Manche bewusster als andere, aber allen ist gemein, dass die solche Dienste nutzen. Das kombiniert mit Technologien wie der Blockchain, die ein sicheres, digitales Vertragswesen ermöglichen, machen das Ganze auch technisch sehr spannend.“

Digitaler Nachlass: Ein Startup-Thema

Eine weitere Perspektive bringt das fünfte Team-Mitglied mit ein: Alexander Pinker ist Marketing- und Innovationsberater bei der Medialist Group, einem von ihm gegründeten Unternehmen, das sich mit der digitalen Innovation mittels Innovation-Profiling beschäftigt. Außerdem ist er Vorstand des Startup-Netzwerk SUN e.V., einem europaweiten Verein zur Förderung und Unterstützung junger Gründer, Projektmanager für Multimedia und neue Technologien in der Münchner Agentur GMM und Dozent im Fach Trend- und Innovationsmanagement. Für ihn ist digitaler Nachlass vor allem auch ein Thema für Gründer: „Startups entdecken häufig lange vor den großen Konzernen ein relevantes Thema. So auch beim Thema des digitalen Nachlasses.“

Seiner Meinung nach geht es jetzt vor allem darum, die künftigen Kunden und Nutzer in die Prozesse einzubeziehen. „Bei einem so persönlichen Thema wie dem digitalen Nachlass ist der User-Centric Ansatz wichtiger denn je.“ Er empfiehlt Startups, zukünftige Nutzer genau in Augenschein zu nehmen. „Startups neigen oft dazu, sich von den technischen Möglichkeiten blenden zu lassen und die Lebenswelt ihrer eigentlichen Kunden aus dem Blick zu verlieren. Daher empfehle ich Unternehmen mit den Nutzern zu sprechen, sich durch ihren aktuellen Datenschatz führen zu lassen und die Methoden mit denen sie sich aktuell absichern kennen zu lernen und zu optimieren.“

Was die Teammitglieder unter anderem verbindet, ist die Rolle, die Digitales inzwischen in ihrem Alltag spielt und die Überzeugung, dass deswegen auch das digitale Danach ein gesellschaftsrelevantes Thema ist.

Das Digitale ist überall

Dennis: „Die digitale Welt begleitet mich vom Aufstehen bis zum Einschlafen (und in schlaflosen Nächten auch länger). Alle Bereiche meines Lebens, von der Arbeit über soziale Beziehungen bis zur Unterhaltung, sind von digitaler Technologie umgeben und durchdrungen. Ich würde also gar nicht sagen, dass ich ein analoges und ein digitales Leben habe – beide Bereiche sind untrennbar verwoben. Für die analoge Sphäre haben wir allerdings wesentlich mehr Erfahrungswissen, daher interessiert mich, wie sich die digitalen Aspekte unseres Lebens entwickeln.“

Ebenfalls allen gemeinsam ist der Gedanke, dass eine Konferenz der richtige Ansatz sei, um sich einzumischen, um den Stein weiter ins Rollen zu bringen.

Sabine: „Mit der digina wollen wir sensibilisieren und alle vernetzen, die mit dem Thema zu tun haben. Denn als ein interdisziplinäres Thema werden wir es nur gemeinsam angehen können. 

Alex: „Man sollte die Leute meiner Meinung nach frühzeitig für das Thema sensibilisieren und ihnen die Angst davor nehmen. Es dreht sich nicht alles nur um Trauer und Tod. Sich jetzt bewusst mit seinen Daten und deren Zukunft zu beschäftigen ist eine Investition in die Zukunft, die wir alle tätigen müssen. Deshalb ist die digina als Konferenz so wichtig. Sie soll das Thema in das hier und jetzt bringen und nicht in der fernen Zukunft schweben lassen. Wir müssen jetzt aktiv werden, sonst geht, wenn es soweit ist, einfach ein großer Teil unseres digitalen Seins verloren.“

Hier geht’s zu den kompletten Interviews mit den fünf Team-Mitgliedern (im digina 2017 Blog erschienen):

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