„Wir wollen Ihre Daten nicht!“ Offline-Vorsorge bei Somnity

Der Vorsorgeservice Somnity ging 2016 mit einem verschlüsselten digitalen Datensafe an den Start, in dem Vorsorgende ihre Daten und Kennwörter verwalten können. Die Daten werden dabei vor dem Upload auf den Server auf dem Rechner des Anwenders verschlüsselt (wir berichteten). Seit Herbst letzten Jahres bietet Somnity eine Offline-Variante per USB-Stick. Wir haben Geschäftsführer Michael Brück zur neuen Dienstleistung befragt.

Abb: Somnity-Gründer Michael Brück
Somnity-Gründer Michael Brück. (Copyright: fotoatwork)

Somnity ging mit einer Serverlösung an den Start, jetzt habt ihr mit dem Family-Paket einen USB-Stick zur verschlüsselten Speicherung von digitalen Werten und Zugängen in eurem Portfolio. Warum?

Wenn es um Datenübertragung und Datenverwahrung auf Servern geht, haben manche Nutzer generell Zweifel an der 100%igen Sicherheit. Deshalb haben wir eine alternative Lösung entwickelt, die jeder bedienen und nachvollziehen kann. Kernstück des SOMNITY-Family-Pakets ist ein USB-Stick  mit unserer Software. So hat der Anwender alle seine Daten bei sich und muss nichts im Internet speichern. Durch den Verkauf im Einzelhandel / durch Reseller werden wir jetzt auch unserem Leitspruch „WIR wollen Ihre Daten NICHT!“ zu 100% gerecht.

Löst der Stick dann euer bisheriges Modell ab oder handelt es sich um eine Ergänzung?

Der SOMNITY-Family-Stick ist eine Ergänzung unseres Angebotes. Die vorhergehenden Versionen wurden zum „SOMNITY-Professional-Paket“ zusammengefasst und werden seit dem 13. Oktober 2017 ebenfalls in einer kompletten Softwarebox ausgeliefert. Hier dient der mitgelieferte USB-Stick als Basis für die Registrierung im nach wie vor absolut sicheren SOMNITY-Rechenzentrum. Parallel haben wir unsere Website komplett überarbeitet. Unser neuer Auftritt ist nun deutlich frischer, freundlicher und schlüssiger für den Anwender.

Viele Vorsorgende machen sich Gedanken, ob sie ihre Daten rechtlich sicher vererben können. Hilft die USB-Stick-Lösung auch dabei oder stellt sie vor allem eine technische Unterstützung dar?

Ihr wisst ja, dass die Rechtsprechung zum Thema „Vererben“ noch nicht wirklich zu einem endgültigen Schluss gekommen ist. Die Frage „Rechtssicher JA oder NEIN“ stellt sich bei SOMNITY gar nicht. Jeder, der unsere neue Software nutzt, organisiert seine Daten und das Handling mit Bevollmächtigten völlig privat und unabhängig von Dritten.

Vorsorge ist ein langfristiges Thema. Bei Zeiträumen von mehreren Jahrzehnten stellen sich Hardware- und Software-Fragen. Lassen sich von eurem Stick Backup-Kopien anfertigen? Und werden Updates für die Software bereitgestellt, damit z. B. die kryptografischen Verfahren immer auf dem aktuellen Stand sind?

Der Stick lässt sich zwar kopieren, ist aber nur auf dem Original-Stick funktionsfähig – eines unserer Sicherheitsmerkmale. Sollte der USB-Stick nicht mehr funktionieren, tauschen wir ihn selbstverständlich kostenfrei gegen einen Neuen aus. Und wir haben auch für „SOMNITY Family“ eine Update-Funktion eingebaut, so dass der Kunde – wenn er das möchte – Neuerungen beziehen kann.

Welche Tipps gibst du Vorsorgenden (außer dem Einsatz deines Sticks)?

  • Rechtzeitig um alles kümmern. Es passiert schneller als einem lieb ist. Wir haben gerade so einen Fall in unserem direkten Umfeld erlebt. Ein selbstständiger Finanzierungs-Berater erlitt „ohne Vorwarnung“ einen Infarkt. Ohne seine getroffenen Vorsorgemaßnahmen wäre seine Frau nicht in der Lage gewesen, ohne größere Probleme und zeitaufwändige Recherche alle seine Mandanten und Geschäftspartner zu informieren. Durch die notwendigen Informationen und Zugänge bzw. Berechtigungen konnte sie zumindest die wichtigsten Dinge im Namen ihres Ehemannes erledigen, während dieser sich voll auf seinen Genesungsprozess konzentrieren konnte.
  • Vorsicht bei Unternehmen, die Geräte des Verstorbenen untersuchen. Man sollte genau wissen, wem man die Hardware übergibt. Immerhin könnten sehr sensible Daten darauf enthalten sein. Zudem weiß man nie, ob man wirklich alles erhält.
  • Meiner Meinung nach sollten Passwörter nicht bei Notaren oder Banken hinterlegt werden. Ändert man diese nämlich, ist das Aktualisieren mit großem Aufwand bzw. hohen Kosten verbunden.

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