Warum vorsorgen?

Vorsorge lohnt sich, in jedem Alter. Allerdings haben nur die wenigsten Menschen geregelt, was mit ihrem digitalen Erbe geschehen soll. Ein Vorschlag: Die digitale Datenverfügung.

Viele ältere Menschen haben ein Testament, einen nahen Angehörigen, der ihren letzten Willen kennt, oder eine andere Form der Vorsorge für ihren Tod. Einen zunehmend wichtigeren Lebensbereich bedenken sie dabei jedoch häufig nicht: ihren digitalen Nachlass. Nur 10% der Internetnutzer haben Vorsorge getroffen, wie eine Bitkom-Studie zeigte.

Als junger Mensch wiederum neigt man dazu, die Vorsorge für den eigenen Todesfall auszublenden, weil man statistisch gesehen noch lange Zeit dafür hat. Außerdem ist in jungen Jahren meist nicht so viel Eigentum vorhanden, dass eine umfassende Vorsorge notwendig erscheint.

Nun „besitzt“ gerade im Internet fast jeder, ob jung oder alt, irgendetwas: einen Facebook-Account, eine E-Mail-Adresse, ein eBay-Konto, ein Virenschutz-Abo … Was kann damit konkret passieren?

Weiterlaufende Verträge und Abonnements

Bild eines VertragsViele Verträge und Abos enden nicht automatisch mit dem Tod. Die finanziellen Forderungen verpuffen nicht, sondern gehen auf die Erben über. Dies müssen dann das Virenschutz-Abo oder den Mobilfunkvertrag bezahlen, obwohl sie gar keinen Nutzen davon haben. Dabei muss man beachten: Viele Rechnungen kommen heutzutage nicht mehr per Post, sondern über das E-Mail-Postfach zum Kunden. Zudem werden Abonnements heute nicht mehr nur über Lastschrift und Bankeinzug bezahlt. Auch digitale Bezahldienste wie Amazon Payments, Paypal und Google Wallet erfreuen sich steigender Beliebtheit bei regelmäßigen Zahlungen. Durch entsprechende Vorsorge entlastet man seine Angehörigen.

Ungeklärte rechtliche Fragen bei gemeinsamen Webprojekten

Viele Blogs oder Websites sind Gemeinschaftsprojekte. Wenn nicht alle Beteiligten alle Zugangsdaten haben und im Impressum aufgeführt sind, kann es schwierig werden, im Todesfall eines Beteiligten die Zuständigkeiten zu klären. Daher sollte man bei all seinen Herzensprojekten das Gespräch mit den Mitwirkenden suchen und eine gemeinsame Lösung ausarbeiten. Dabei lässt sich auch die grundlegende Frage klären, ob das Projekt weitergeführt werden soll, sofern einer der Verantwortlichen stirbt.

Verwirrung in Social Media

Wenn ein Mensch stirbt und man am Facebook-Profil des Verstorbenen nichts verändert, erhalten weiterhin alle Freunde zu dessen Geburtstag eine Benachrichtigung. Dieses Erlebnis wünscht man gerade seinen Freunden nicht. Bei Social Networks wie Facebook, Twitter und Co. muss außerdem immer einkalkuliert werden, dass gar nicht alle Freunde und Follower mitbekommen haben, dass der Accountbesitzer verstorben ist – während die eine Hälfte trauert, postet die andere Hälfte weiter Partyfotos.

Hieraus entspringen viele zusätzliche leidvolle Erfahrungen und Missverständnisse. Man kann sie vermeiden, wenn man sich bereits zu Lebzeiten Gedanken macht, ob und wie Projekte nach dem eigenen Tod fortgeführt werden sollen. Diese Überlegungen sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden. Unser Vorschlag: die digitale Datenverfügung.

Die Lösung: Eine digitale Datenverfügung

Datenverfügung In einer digitalen Datenverfügung listet man alle Arten von Accounts, Abos, Konten etc. auf, die man hat. (Übrigens eine gute Gelegenheit, seine Liste durchzugehen und ggf. ein paar „Altlasten“ zu kündigen.) Dann wird bei jedem Punkt in der Liste notiert, was nach dem Tod damit geschehen soll. Konten werden wohl sinnvollerweise aufgelöst, Abos gekündigt. Bei anderen Diensten wie Facebook wird es komplizierter. Hier kann man zum Beispiel entscheiden, ob das Profil gelöscht oder in einen Gedenkzustand versetzt werden soll.

Ganz wichtig: Die Liste sollte so vollständig wie möglich sein! Eine Übersicht, was alles zum digitalen Erbe gehört, gibt es im Übersichtsartikel zu digitalem Nachlass.

Schließlich muss man diese Liste gut zugänglich aufbewahren und am besten auch die Familie darüber informieren, dass es diese Liste gibt. Vielleicht findet das Vorbild sogar gleich Nachahmer und auch der Rest Ihrer Familie erstellt eine digitale Datenverfügung. Damit schlafen alle etwas ruhiger, weil sie wissen, dass sie ihren Lieben nicht versehentlich etwas hinterlassen, was sie vor zusätzliche Probleme stellt.

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