„Das Internet der letzten Dinge“ – Themen im Juni 2016

Stiftung Warentest, ZEITmagazin und Verband unabhängiger Bestatter: Was brachte der Juni 2016 in Sachen digitaler Nachlass?

Stiftung Warentest legt nach

Im März 2015 hat Stiftung Warentest das erstes Special zum Thema digitaler Nachlass veröffentlicht. Eineinviertel Jahre später greifen die Tester das Thema zum zweiten Mal auf: „Wie Sie Ihren Erben das Leben leichter machen“ titelt das Special, das am 24. Juni 2016 erschienen ist, und unter anderem ein Formular zum Auflisten verschiedener Nutzerkonten zum Download anbietet.

Lesenswert: Autorin Elisabeth Rank über „Das Internet der letzten Dinge“

Während die meisten bisherigen Beiträge zum digitalen Nachlass das Thema ausschließlich sachlich angehen, findet Elisabeth Rank in ihrem Beitrag „Das Internet der letzten Dinge“ im ZEITmagazin einen anderen Ton. Die Autorin schreibt über digitale „Momentaufnahmen aus dem Leben“, die uns „anders erinnerbar“ machen als früher, und wie diese Momentaufnahmen auf unsere Trauer einwirken.

„Geschriebene Dialoge mit anderen, die unseren Tod überdauern, sind Teil unseres Vermächtnisses, das nun ausführlicher ist als früher, detaillierter. Mit ihm verändert sich auch, wie wir erinnert werden. Wir hinterlassen nicht nur Digitalabonnements und eine Steuernummer, sondern digitale Momentaufnahmen, Emotionsschnipsel, Schnappschüsse der Unmittelbarkeit.“

Eben diese Unmittelbarkeit in den kleinen (digitalen) Dingen des Alltags fordert uns heraus:

„Eben wurden das Profil noch verwendet, eben wurde noch eine Nachricht geschrieben, vielleicht sogar veröffentlicht, nun liegt das Profil brach. Keine Nachricht mehr. Als würden diese Dinge den Übergang markieren, diesen schmalen Grat, den wir sonst nie zu fassen kriegen, die Linie zwischen Leben und Tod.“

Ein lesenswerter und nachdenklicher Artikel.

Smart Devices und Social Media: Ihre Rolle beim Ausdruck öffentlicher Trauer

Wie stark Social Media inzwischen in Trauerrituale einbezogen werden, lässt sich auch bei Bud Spencers Tod mitverfolgen: Am 27. Juni 2016 ist der Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli hieß, im Alter von 86 Jahren verstorben. Seine Familie gab die traurige Meldung am 28. Juni auf der offiziellen Bud Spencer Facebook-Seite bekannt – nach 15 Stunden war die Meldung 94.875 Mal geteilt und 233.162 mal geliked.FB-Posting zu Bud Spencers Tod. Ein kurzes Abschiedsvideo vom Trauerzug durch die Stadt, das am 30. Juni 2016 eingestellt wurde, wurde nicht nur 3.2 Millionen mal aufgerufen – im Video nimmt eine große Anzahl von Fans und Trauergästen dieselbe Szene wiederum mit ihren eigenen Kameras, Smartphones und Tablets auf. Letzte Ehre oder Schaulustigkeit – das sei einmal dahingestellt. Der Einsatz digitaler Medien ist jedenfalls immens und wird dafür sorgen, dass sich der abgebildete Trauerzug einmal in zahlreichen digitalen Nachlässen wiederfinden wird.

Digitaler Nachlass in der Bestatterbranche

Am 11. Juni feierte der Verband unabhängiger Bestatter e.V. und die Bestattungstreuhand GmbH am Timmendorfer Strand ihr 10-jähriges Jubiläum, unter anderem mit ihrer ersten Hausmesse. Ein klares Signal, dass der Verband das Thema digitaler Nachlass ernst nimmt: Als Blogger waren wir herzlich eingeladen und haben den Tag genutzt, um die Branche besser kennenzulernen. Fazit: Das Thema digitaler Nachlass stößt auf offene Ohren, auch wenn noch nicht alle Aussteller und Bestatter operativ damit zu tun haben.

Hausmesse des Verbands unabhängiger Bestatter in Timmendorfer Strand.
Hausmesse des Verbands unabhängiger Bestatter in Timmendorfer Strand.

Beitragsbild: JuergenG @ Wikimedia Commons

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