digital.danach https://digital-danach.de Das unabhängige Infoportal: Digitaler Nachlass | Online-Trauer | Gedenken im Netz Tue, 26 May 2020 16:28:36 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.1 https://digital-danach.de/wp-content/uploads/2015/11/cropped-save-file-32x32.png digital.danach https://digital-danach.de 32 32 Studie veröffentlicht: „Der digitale Nachlass – Eine Untersuchung aus rechtlicher und technischer Sicht“ https://digital-danach.de/studie-veroeffentlicht-der-digitale-nachlass/ https://digital-danach.de/studie-veroeffentlicht-der-digitale-nachlass/#respond Sun, 19 Jan 2020 17:07:56 +0000 https://digital-danach.de/?p=3619 Wie im November angekündigt, arbeiteten das Fraunhofer Institut, die Universitäten Regensburg und Bremen sowie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz an einer Studie zum digitalen Nachlass. Mitte Januar wurden ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Studie veröffentlicht: „Der digitale Nachlass – Eine Untersuchung aus rechtlicher und technischer Sicht“ erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
Wie im November angekündigt, arbeiteten das Fraunhofer Institut, die Universitäten Regensburg und Bremen sowie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz an einer Studie zum digitalen Nachlass. Mitte Januar wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Herausgekommen ist ein 380 Seiten langes Dokument mit Problemstellungen und diversen Tipps und Hinweisen auf rechtliche und technische Lösungen.

Hilfreich sind die Formulierungsbeispiele für Testament, Vollmacht und Verfügung sowie der Überblick über Passwortmanager. Der Überblick zu Vorsorgediensten und anderen technischen Lösungen dagegen hinkt der Zeit hinterher. Deutsche Unternehmen sind – abgesehen vom Nachsorgedienst Columba – gar nicht vertreten, da ist unser Überblick im Dienstleisterverzeichnis aktueller. Auch die Bitkom-Studien finden nicht einmal Erwähnung.

Und während zwei WordPress-Plugins gelistet werden, die gesperrt oder seit einigen Major Releases nicht mehr aktualisiert wurden, fehlt EmergencyWP. Auch gibt es keine Hinweise auf Konferenzen wie die digina. Das zeigt aber vermutlich vor allem eins: Das Feld ist ziemlich weit und Vollständigkeit gar nicht erreichbar. Die Initiative der beteiligten Institute und Universitäten ist jedenfalls sehr begrüßenswert!

Download und Pressemitteilung

Die Studie (PDF, 4 MB, Direktlink) kann hier heruntergeladen werden: Website des BMJV

Pressemitteilung des Bundesministeriums vom 15.1.2020:

Als „Digitaler Nachlass“ werden die unterschiedlichen Rechtspositionen der oder des Verstorbenen im Internet bezeichnet. Die heute hierzu vorgestellte umfassende Studie wurde vom Fraunhofer Institut SIT und den Universitäten Regensburg und Bremen erstellt und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

In der Studie wird zunächst geklärt, was überhaupt zum digitalen Nachlass zählt. Anschließend werden die sich im Zusammenhang mit dem digitalen Nachlass ergebenden Fragen des Verbraucherrechts, des Erbrechts, des Datenschutzrechts und des Urheberrechts allgemeinverständlich aufbereitet. Geprüft wurde außerdem, wo Anbieter digitaler Dienstleistungen derzeit Verbraucher und deren Erben benachteiligen.

Die Studie enthält konkrete Empfehlungen für Online-Dienste zu den Einstellungsmöglichkeiten und für Verbraucherinnen und Verbraucher, wie sie Vorsorge treffen können, damit nach ihrem Tod ihr digitaler Nachlass unkompliziert in die richtigen Hände kommt.

Der Beitrag Studie veröffentlicht: „Der digitale Nachlass – Eine Untersuchung aus rechtlicher und technischer Sicht“ erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/studie-veroeffentlicht-der-digitale-nachlass/feed/ 0
Vorsorge im Eigenbau: EmergencyWP hilft bei der Planung https://digital-danach.de/vorsorge-im-eigenbau-emergencywp-hilft-bei-der-planung/ https://digital-danach.de/vorsorge-im-eigenbau-emergencywp-hilft-bei-der-planung/#respond Mon, 25 Nov 2019 06:29:51 +0000 https://digital-danach.de/?p=3576

Albert Brückmann hat seine Lösung Meminto weiterentwickelt und legt zum Jahresende seine neue „EmergencyWP“ (Website) vor. Das WordPress-Plugin hilft, seinen digitalen Nachlass zu planen und nach dem Tod Nachrichten an ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Vorsorge im Eigenbau: EmergencyWP hilft bei der Planung erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

Albert Brückmann hat seine Lösung Meminto weiterentwickelt und legt zum Jahresende seine neue „EmergencyWP“ (Website) vor. Das WordPress-Plugin hilft, seinen digitalen Nachlass zu planen und nach dem Tod Nachrichten an Hinterbliebene zu verschicken. Wir haben uns das Tool angesehen und Albert Brückmann interviewt.

Was ist EmergencyWP und wie funktioniert es?

EmergencyWP ist ein Plugin für das beliebte Blog-System WordPress. Mit bald 35% Marktanteil aller Websites weltweit ist WordPress mehr als „nur“ ein Blog und Website-Baukasten. Es wird mittlerweile immer häufiger als Framework für andere Applikationen genutzt. So auch EmergencyWP. Es kann sehr einfach installiert und eingerichtet werden, dazu muss man kein Website-Entwickler sein.

EmergencyWP Dashboard Page
Das Dashboard zeigt, in welchem Zustand sich das System gerade befindet und wann die nächsten Aktionen ausgelöst werden

An wen richtet sich die Software?

Stand jetzt: An WordPress Freelancer und andere, die mit WordPress umgehen können. Wie gesagt, die Lernkurve ist nicht besonders hoch und der Einstieg relativ einfach. Das System ist derzeit aber nur in englischer Sprache verfügbar, kann aber beliebig übersetzt werden. Dafür werden derzeit auch noch Helfer gesucht.

Wieso haben gerade Selbstständige und Freiberufler ein besonderes Bedürfnis, aber auch eine besondere Verantwortung, vorzusorgen?

Ich gehe von mir aus: Als Agentur-Inhaber betreue ich derzeit über 350 Kunden. Viele von ihnen haben wenig Lust und noch weniger Zeit, sich mit Zugangsdaten, Server-Infos und anderen technischen Dingen die Zeit zu vertreiben. Deshalb geben sie dies vertrauensvoll in (z.B. meine) Hände ab. Dabei bedenken sie nicht, wie es für ihre Seiten und Mails weitergeht, sollte mir etwas zustoßen.

Man könnte dies natürlich für naiv halten. Sagen wir aber lieber, dass das Tabu-Thema „Tod“ einfach von jedem ungern angefasst wird. Das bedeutet: Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was mit dem digitalen Nachlass eigentlich geschieht. Sowohl mit dem eigenen als auch mit dem, den man für andere Kunden betreut. Als Freiberufler und Selbstständiger hat man diese Verantwortung aber. Mit EmergencyWP kann man dieser Verantwortung sehr gut nachkommen und für den Fall der Fälle seinen Kunden, seinen Eltern, den eigenen Kindern oder dem Ehepartner helfen, trotz des eigenen Ausfalls jederzeit nahtlos weiterzumachen. Denn: The show must go on.

Wieso hast du dich für WordPress als Plattform entschieden?

Manche Entwickler halten WordPress für nicht besonders sicher und bemängeln den Code, mit dem es geschrieben ist. Einwände gibt es immer – zu jeder Software. Aus meiner Sicht ist es jedoch ein weit verbreitetes System, das sich über viele Jahre nicht nur bewährt hat, sondern auch eine weltweite Community hinter sich hat, die es regelmäßig weiter entwickelt. Auch dem Aspekt der Sicherheit kann man mit entsprechenden Plugins abhelfen.

Ich habe mich aber auch für WordPress entschieden, weil es sehr einfach zu installieren ist (viele Hoster bieten eine 3-Klick-Installation an und können bei Fehlern direkt helfen) und modular erweitert werden kann. Mit EmergencyWP kann man sich also ein kleines, autarkes System selbst aufsetzen, es beim Hoster seines Vertrauens oder sogar auf einer eigenen NAS speichern und Informationen, die man weitergeben möchte, dort hinterlegen. Natürlich sollte man darauf achten, wer sonst noch Zugriff auf das System hat und dass man es selbst regelmäßig updated, wie bei jeder anderen Software auch.

Was unterscheidet EmergencyWP von anderen Vorsorge-Diensten?

Mit EmergencyWP ist der Totmannschalter („Dead Man’s Switch“), den wir schon bei Meminto hatten, ins Plugin integriert. D.h. es gibt einen Prozess, der teilautomatisch erkennen kann, ob ein Benutzer verstorben ist. Im Grunde braucht es dazu keine weiteren Teilnehmer am System; man kann aber bis zu drei Vertrauenspersonen hinterlegen, die den sogenannten Lifecheck absichern und um ein Feedback gebeten werden, wenn die Liefechecks vom Benutzer ausbleiben.

EmergencyWP ist für den Benutzer selbst gedacht. Man meldet sich nirgends an und gibt seine Daten nicht irgendeinem Anbieter in die Hände – mit Ausnahme des Hosters (umso größer der ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass jemand aktiv auf eine einzelne WordPress Installation schaut und deren Datenbank untersucht – aber auszuschließen ist dies natürlich nicht).

Weiterhin kann EmergencyWP sehr frei bedient werden. Man ist nicht an irgendwelche Prozesse gebunden oder kann nur bestimmte Dinge machen, sondern kann wirklich hinterlegen, was man möchte.

EmergencyWP Settings Page
Über das WordPress-Dashboard lassen sich allerlei Einstellungen vornehmen: Frequenz des „Life Check“, Persönliche Daten, die bevorzugte „Dankes“-Seite für Vertrauenspersonen und Kontakte.

Durch ein Add-On für Zapier kann EmergencyWP an über 1500 Schnittstellen angeschlossen werden. Das ist gewaltig, denn nun können Prozess bis hin zur Steuerung anderer Geräte und Apps automatisiert nach dem Tod ablaufen. Die Möglichkeiten hier sind wirklich immens.

Das heißt, mit dem Plugin kann man – ein paar technische Kenntnisse vorausgesetzt – für einen sehr langen Zeitraum vorsorgen?

Im Gegensatz zu anderen Vorsorge-Diensten muss sich kein Nutzer mehr fragen, ob es die „Dienstleistung“ in zehn Jahren noch gibt. Da wir mit WordPress auf ein starkes Basis-System gebaut haben, ist die einzige Frage nur noch: Habe ich meinen Hoster lange genug im Voraus bezahlt? Hier genügt aber ein Jahresvertrag meistens schon, es sei denn, man möchte mit EmergencyWP Informationen erst weit in der Zukunft versenden – auch das ist möglich und unterscheidet sich zu anderen Systemen.

Informationen und Prozesse müssen nicht direkt „raus“: Nachrichten lassen sich zeitlich auf einen bestimmten Termin planen, z.B. den Hochzeitstag oder den 18. Geburtstag des Kindes, falls man diesen nicht mehr erleben sollte.
Im Allgemeinen ist zu sagen: EmergencyWP wurde mehr aus einer emotionalen Richtung als aus einer rechtlichen angegangen. Dies schließt jedoch nicht aus, dass es auch professionell benutzt werden kann. Womöglich sind dazu noch einige Anpassungen nötig.

Wieso ist eine selbst gehostete Lösung überlegen?

Einige Gründe gehen oben bereits hervor, ich mache jedoch noch ein weiteres Beispiel – jetzt wird’s kurz technisch: Ich selbst habe eine NAS mit einer verschlüsselten Festplatte, auf der auch WordPress läuft. Ich kann hierauf EmergencyWP installieren und muss ab diesem Zeitpunkt nur dafür sorgen, dass diese immer am Strom hängt oder durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) geschützt ist.

Ich könnte noch weiter gehen und einen Raspberry Pi mit einem Webserver ausstatten, WordPress installieren und das ganze direkt an meinen Router hängen. Wenn dort nun EmergencyWP läuft, habe ich ein Vorsorge-System bei mir zuhause, das ich über den Browser steuern kann. Das alles hat ein Ziel: Herr über die eigenen Daten zu bleiben, soweit es geht.

Was hast du mit EmergencyWP noch vor?

Im Moment bereite ich den Release und das Marketing vor, bevor es an weitere Features geht. Mir ist bewusst, dass das Thema digitaler Nachlass und Todes-Vorsorge ein Nischen- und gleichzeitig Tabu-Thema ist. Dass ein Markteintritt damit sehr schwer wird, habe ich auf dem Schirm. Ich weiß auch, dass ich durch den Einsatz von WordPress als benötigtes „Betriebssystem“ den Benutzerkreis weiter eingrenze. Deswegen soll es für alle, die gerne den Zugang zu EmergencyWP hätten, aber sich nicht um das Hosting kümmern können oder wollen, eine Version geben, um die wir uns kümmern.

EmergencyWP Messages Page
Die „Messages“-Seite erlaubt, individuelle Nachrichten an verschiedene Kontakte zu hinterlegen. Im Todesfall werden diese dann versandt.

Das heißt, es wird ein sogenanntes WordPress-as-a-Service (WaaS) geben, das monatlich, jährlich oder länger gebucht werden kann. Das hatten wir damals mit der Beta von Meminto so gemacht und 430 Beta User damit bedient. Die Offenheit ist also da, die Nachfrage auch, wenn auch nur klein, zumindest deutschlandweit gesehen.

Weiterhin wird es bald aber noch die Möglichkeit geben, dass EmergencyWP sich um die Vermittlung von digitalen Wertgegenständen kümmern. Das heißt: Wenn ich als Freelancer mir über die Jahre wertvolle Accounts mit digitalen Gütern gefüllt habe (in meinem Fall sind es dutzende Plugins, Templates und Software Lizenzen), kann ich diesen gegen ein Entgelt an einen befreundeten Freelancer abgeben. Das „Entgelt“ erhalten meine Hinterbliebenen oder eine Organisation meiner Wahl, den Zugang anschließend der Freelancer. Als Vermittler kann EmergencyWP hier helfen, eine weitere Nische zu bedienen.

Natürlich wollen wir zuerst aber das System, das nun 3 Jahre lang in der Beta Phase war, weiter stärken und dafür sorgen, einen zufriedenen, langlebigen Kundenstamm aufzubauen.

Warum sollten sich unsere Leser gerade jetzt eine Lizenz holen?

Während der Release-Phase bieten wir Lifetime-Lizenzen für das Plugin EmergencyWP an, und zwar zu Preisen, die es sonst nie wieder geben wird. Um dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, müssen Interessierte jedoch eine Umfrage mit 7 Fragen beantworten, die uns helfen, das Produkt besser zu machen. Wer keine Lifetime Lizenz möchte, erhält als Dankeschön EmergencyWP in der Grundversion ein Jahr lang gratis und kann es jederzeit über Add-Ons erweitern. Das ist das aktuelle Angebot, bei dem man nicht lange zögern sollte!

In der EmergencyWP facebook Community kann sich auch jeder einschalten, mitlesen und aktiv mithelfen, das Plugin zu verbessern. Und zur Umfrage und dem damit verbundenen Angebot geht es hier.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Projekt und Produkt!

Der Beitrag Vorsorge im Eigenbau: EmergencyWP hilft bei der Planung erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/vorsorge-im-eigenbau-emergencywp-hilft-bei-der-planung/feed/ 0
Bitkom-Studie: „Mehr Menschen kümmern sich um ihren digitalen Nachlass“ https://digital-danach.de/bitkom-studie-mehr-menschen-kuemmern-sich-um-ihren-digitalen-nachlass/ https://digital-danach.de/bitkom-studie-mehr-menschen-kuemmern-sich-um-ihren-digitalen-nachlass/#respond Fri, 22 Nov 2019 12:40:30 +0000 https://digital-danach.de/?p=3593

Regelmäßig erhebt der Bitkom e.V. neue Daten zu der Frage, wie viele Menschen schon für ihren digitalen Nachlass vorgesorgt haben. Die erste Umfrage 2015 war sogar einer der Auslöser, digital-danach.de ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Bitkom-Studie: „Mehr Menschen kümmern sich um ihren digitalen Nachlass“ erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

Regelmäßig erhebt der Bitkom e.V. neue Daten zu der Frage, wie viele Menschen schon für ihren digitalen Nachlass vorgesorgt haben. Die erste Umfrage 2015 war sogar einer der Auslöser, digital-danach.de ins Leben zu rufen. 2017 haben wir Susanne Dehmel von Bitkom zur damaligen Umfrage interviewt. Und jetzt, im November 2019, veröffentlicht der Branchenverein die Ergebnisse einer weiteren Erhebung.

Die Tendenz ist klar: Immer mehr Menschen sind sensibilisiert und sorgen (zumindest teilweise) vor. Wo 2015 noch 93% der Befragten angaben, nicht für ihren digitalen Nachlass vorgesorgt zu haben, waren es 2017 nur noch 80%. Und aktuell sagen nur noch 65%, die digitale Seite ihrer Erbmasse nicht geregelt zu haben. Dagegen geben 18% an, den digitalen Nachlass „teilweise geregelt“ zu haben, 14% sogar „vollständig geregelt“ – was immer das heißt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Nur jeder Dritte regelt sein digitales Erbe

  • Login-Daten zu Online-Konten oder Profilen werden meist für Angehörige hinterlegt
  • 60 Prozent beklagen mangelnde Information, um ihren digitalen Nachlass zu regeln

Berlin, 21. November 2019  – Das Haus bekommt der Ehepartner, das Barvermögen die Kinder, das Kaffeeservice geht an die Nachbarin: Was mit den eigenen Besitztümern nach dem Tod passieren soll, regeln viele Menschen noch zu Lebzeiten in einem Testament. Anders ist es jedoch mit dem digitalen Erbe, also mit den Hinterlassenschaften in sozialen Netzwerken und Login-Daten zu Smartphones und Laptops, zu Profilen bei Facebook oder Instagram, zum Cloud-Speicher oder zu kostenpflichtigen Online-Diensten wie Netflix, Spotify und Co.: Nur 13 Prozent der Internetnutzer haben ihren digitalen Nachlass vollständig geregelt. Weitere 18 Prozent haben sich zumindest teilweise darum gekümmert. 65 Prozent geben jedoch an, für den Fall ihres Todes in diesem Bereich nicht vorgesorgt zu haben. Das hat eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben. Immerhin: Das Problembewusstsein steigt. 2017 waren es noch 80 Prozent, die sich nicht um ihren digitalen Nachlass gekümmert haben.

„Jeder Internetnutzer sollte sich frühzeitig mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Und es sollte dafür gesorgt werden, dass kostenpflichtige Dienste schnell und unkompliziert gekündigt werden können.“ Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2018 gehen auch Verträge etwa mit Kommunikationsprovidern oder sozialen Netzwerken auf die Erben über, sofern zu Lebzeiten nichts anderes bestimmt wurde. Doch dazu müssen die Erben erst einmal wissen, welche Verträge und Profile überhaupt bestehen. „Für viele Menschen handelt es sich hier um weitgehend unbekanntes Terrain. Dabei wird das Thema in den kommenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen.“

Emotionale Belastung für Angehörige vermeiden

71 Prozent derjenigen, die ihren digitalen Nachlass teilweise oder vollständig geregelt haben, haben bei einem Familienangehörigen oder einer Vertrauensperson die Zugangsdaten zu Geräten und Online-Diensten hinterlegt. 54 Prozent haben eine Vollmacht gegenüber dem Internetdienstleister bzw. der Online-Plattform ausgestellt, jeder Vierte (25 Prozent) hat testamentarisch vorgesorgt. 16 Prozent haben einen externen Anbieter damit beauftragt, im Falle ihres Todes ihre Online-Konten zu löschen. Ein Großteil aller Internetnutzer (64 Prozent) würde allerdings bevorzugen, wenn es gesetzliche Regelungen zum digitalen Nachlass gäbe. 6 von 10 Befragten (60 Prozent) gaben an, sie würden sich zwar gern darum kümmern, allerdings hätten sie zu wenige Informationen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) ist sich außerdem darüber im Klaren, dass der Umgang mit dem digitalen Nachlass für die Angehörigen eine hohe emotionale Belastung darstellt. „Auch das ist ein guter Grund, rechtzeitig vorzusorgen. Ist das digitale Erbe nicht geregelt, beginnt für die Hinterbliebenen nach dem Tod die Suche nach Benutzernamen, Passwörtern oder PINs. Der Familie diesen Stress zu ersparen, sollte eine weitere Motivation sein, hier frühzeitig aktiv zu werden“, betont Rohleder.

Jeder dritte Internetnutzer (36 Prozent) möchte, dass seine Profile in sozialen Netzwerken auch nach seinem Tod bestehen bleiben. Jeder Vierte (27 Prozent) findet das Thema unangenehm und setzt sich ungern damit auseinander. 23 Prozent halten es für unwichtig.

Bitkom-Hinweise zum Umgang mit dem digitalen Nachlass:

1. Persönliche Informationen auf Datenträgern

Wenn im Testament oder in einer Vollmacht nichts anderes geregelt ist, werden die Erben Eigentümer aller Gegenstände des Verstorbenen, also auch des Computers, Smartphones oder lokaler Speichermedien. Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs im Jahr 2018 beinhaltet dies auch den Zugang zu Accounts etwa in sozialen Medien. Damit dürfen die Erben die dort gespeicherten Daten uneingeschränkt lesen. Deshalb sollte man die Entscheidung, ob die Hinterbliebenen nach dem Tod Einblick in die digitale Privatsphäre haben, zu Lebzeiten treffen. Ein Notar oder Nachlassverwalter kann unter Umständen entsprechende Dateien oder ganze Datenträger vernichten bzw. konservieren lassen. Neben Hinweisen auf das Erbe können sich in persönlichen Dateien sensible private Informationen befinden, die mancher lieber mit ins Grab nehmen möchte.

2. Online-Dienste wie E-Mail-Konto oder Cloud-Speicher

Hinterbliebene erben nicht nur Sachwerte, sondern treten auch in die Verträge des Verstorbenen ein – auch, wenn es sich um kostenpflichtige Dienste handelt wie etwa ein Streaming-Abo. Gegenüber E-Mail- und Cloud-Anbietern haben Erben in der Regel Sonderkündigungsrechte. Bei der Online-Kommunikation gilt aber zugleich das Fernmeldegeheimnis, das auch die Rechte der Kommunikationspartner des Verstorbenen schützt. In der Praxis gelingt der Zugang zu den Nutzerkonten am besten, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten geregelt hat, ob und in welchem Umfang die Erben im Todesfall Zugriff auf die Accounts erhalten. Außerdem kann man die Zugangsdaten für solche Dienste beim Notar hinterlegen.

3. Profile in sozialen Netzwerken

Hinterbliebene sollten die Betreiber von sozialen Netzwerken benachrichtigen, wenn sie entsprechende Mitgliedschaften des Verstorbenen kennen. Viele Betreiber verlangen die Vorlage einer Sterbeurkunde. Bei Facebook ist es Nutzern möglich, zu Lebzeiten einen Nachlasskontakt zu bestimmen, der das Profilfoto des Verstorbenen ändern oder auf Freundschaftsanfragen reagieren darf. Eine Anmeldung unter dem Konto des Verstorbenen oder das Lesen von dessen Chats ist aber auch dem Nachlasskontakt nicht möglich. Angehörige können darüber hinaus beantragen, das Profil in einen „Gedenkzustand“ zu versetzen. Die Profilinhalte bleiben dann erhalten und Freunde oder Familienmitglieder können in der Chronik Erinnerungen teilen. Bei beruflichen Netzwerken wie etwa Xing wird das Profil deaktiviert, sobald der Betreiber vom Tod eines Mitglieds erfährt.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Bundesbürger ab 16 Jahren, darunter 847 Internetnutzer telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

Der Beitrag Bitkom-Studie: „Mehr Menschen kümmern sich um ihren digitalen Nachlass“ erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/bitkom-studie-mehr-menschen-kuemmern-sich-um-ihren-digitalen-nachlass/feed/ 0
Forschungsprojekt „Digitales Erbe“: Uni Bremen, Uni Regensburg und Fraunhofer Institut kooperieren https://digital-danach.de/forschungsprojekt-digitales-erbe-uni-bremen-uni-regensburg-und-fraunhofer-institut-kooperieren/ https://digital-danach.de/forschungsprojekt-digitales-erbe-uni-bremen-uni-regensburg-und-fraunhofer-institut-kooperieren/#respond Tue, 05 Nov 2019 08:29:04 +0000 https://digital-danach.de/?p=3566 Digitaler Nachlass ist ein Schnittstellenthema, das viele Lebens- und Forschungsbereiche berührt. Dem trägt das Forschungsprojekt „Digitales Erbe“ Rechnung: Hier ist neben dem Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) des ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Forschungsprojekt „Digitales Erbe“: Uni Bremen, Uni Regensburg und Fraunhofer Institut kooperieren erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
Digitaler Nachlass ist ein Schnittstellenthema, das viele Lebens- und Forschungsbereiche berührt. Dem trägt das Forschungsprojekt „Digitales Erbe“ Rechnung: Hier ist neben dem Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Bremen und der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Regensburg auch das Fraunhofer-Institut für Sicherere Informationstechnologie (SIT). Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Ziel des Projekts ist eine Studie und – laut dw.com – eine Broschüre für Verbraucher. Die könnte dann so ähnlich aussehen wie die kürzlich aktualisierte Broschüre der österreichischen Internet-Provider (ISPA).

Was geschieht mit meinen Daten nach dem Tod?

Ein Forschungsverbund unter Beteiligung der Universität Bremen erarbeitet eine umfassende Studie über den digitalen Nachlass. Ziel ist es, Empfehlungen für Erblasserinnen und Erblasser, für Erbberechtigte sowie die Gesetzgebung zu entwickeln.

Was passiert mit E-Mail-Account, Facebook-Profil oder Online-Banking-Konto, wenn ihre Nutzerin oder ihr Nutzer nicht mehr da sind? Viele Menschen wissen nicht, dass oder wie sie ihr digitales Erbe regeln können. Um die Thematik des digitalen Nachlasses aus rechtswissenschaftlicher und technischer Sicht aufzubereiten, wurde jetzt ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. „Ziel des Projekts ist es, Benachteiligungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern aufzudecken und Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Vererbbarkeit von Daten unkompliziert ausgestaltet werden kann“, erklärt Professor Benedikt Buchner vom Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Bremen. Beteiligt an der Studie sind außerdem die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Regensburg unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Sicherere Informationstechnologie (SIT).

Erbfall tritt ein: was nun?

Im Rahmen der Studie will das Forschungsteam Empfehlungen entwickeln, die Erblasserinnen und Erblassern helfen, ihre Daten zu vererben und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dabei wird nicht nur die juristische Seite, sondern auch die der technischen Umsetzung eine Rolle spielen. So sollen technische Lösungen erarbeitet werden, mit denen die Erbinnen und Erben geerbte Daten identifizieren und anschließend verwalten können. Diese Hilfestellungen sollen auch für Vorsorgebevollmächtigte und gesetzliche Betreuungspersonen entwickelt werden, da diese häufig vor den gleichen Problemen stehen wie die Angehörigen. Zudem wird eine Informationsbroschüre mit Erklärungen und Tipps erstellt, die kompakt und anschaulich einen Überblick über das Thema bietet.

Empfehlungen für Unternehmen und die Gesetzgebung

Auch für die datenverarbeitenden Unternehmen ist es wichtig zu wissen, wer Erbin oder Erbe geworden ist, um diesen rechtmäßig Zugang zu den Daten des Erblassers zu verschaffen. Daher sollen auch Möglichkeiten entwickelt werden, wie kleine und mittelständische Unternehmen Erbberechtigte ausfindig machen können. Viele große Unternehmen verwenden Datennutzungsklauseln, die zwar rechtlich zulässig, gleichwohl aber für Verbraucherinnen und Verbraucher in vielerlei Hinsicht nachteilig sind. „Wir wollen daher auch untersuchen, ob es im Hinblick auf die starke wirtschaftliche Stellung einiger Anbieter einer rechtlichen Regulierung bezüglich des digitalen Nachlasses zu Gunsten der Verbraucherseite bedarf und wie diese aussehen könnte“, so Buchner. Als Beispiel nennt er den Kauf eines eBooks, bei dem man häufig nur ein eingeschränktes Nutzungsrecht erwerbe, ohne dies zu wissen. Dieses Nutzungsrecht erlischt dann regelmäßig mit dem Tod der Person, weshalb das eBook auch nicht vererbt werden kann, obwohl die betroffene Person möglichweise davon ausgegangen ist, weil sie auf den Button „kaufen“ geklickt hat.

Der Beitrag Forschungsprojekt „Digitales Erbe“: Uni Bremen, Uni Regensburg und Fraunhofer Institut kooperieren erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/forschungsprojekt-digitales-erbe-uni-bremen-uni-regensburg-und-fraunhofer-institut-kooperieren/feed/ 0
„Jeder sollte schon zu Lebzeiten Vorkehrungen für sein virtuelles Nachleben planen“ – werwarwer.de im Interview https://digital-danach.de/werwarwer-de-im-interview/ https://digital-danach.de/werwarwer-de-im-interview/#respond Mon, 21 Oct 2019 15:36:01 +0000 https://digital-danach.de/?p=3557

werwarwer.de bietet Gedenkseiten an, die zukünftigen Generationen auch bei der Ahnenforschung helfen sollen. Wir haben die Gründer Anita Erzig und Norbert Hoffmann interviewt. Was bietet werwarwer.de an und worin unterscheidet ... Weiterlesen ...

Der Beitrag „Jeder sollte schon zu Lebzeiten Vorkehrungen für sein virtuelles Nachleben planen“ – werwarwer.de im Interview erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

werwarwer.de bietet Gedenkseiten an, die zukünftigen Generationen auch bei der Ahnenforschung helfen sollen. Wir haben die Gründer Anita Erzig und Norbert Hoffmann interviewt.

Was bietet werwarwer.de an und worin unterscheidet sich das Angebot von anderen Gedenkseitenportalen?

Anita Erzig von werwarwer.de (Foto: privat)

Wir bieten dauerhafte Gedenkseiten für Verstorbene an. Mit werwarwer.de möchten wir aber gleichzeitig auch eine Wissensdatenbank schaffen, mit der für zukünftige Generationen auch die Ahnenforschung erleichtert werden soll. Natürlich sind unsere Gedenkseiten auf unbestimmte Zeit angelegt.

Die Gedenkseiten werden ausschließlich durch uns eingestellt. So können wir Missbrauch ausschließen und auch sicherstellen, dass datenschutzrechtliche Vorschriften eingehalten werden. Wir möchten auch sicherstellen, dass keine negativen Äußerungen über verstorbene Personen eingestellt werden.

Auf den Seiten finden Sie neben Fotos auch eine Lebensbiographie der Menschen sowie eine Chronik des Ortes, wo der Verstorbene aufgewachsen ist.

Auch in einigen weiteren Details unterscheiden wir uns von Mitbewerbern: Wir möchten allen Menschen die Möglichkeit geben, Informationen über Verstorbene zu finden. Daher sind die Seiten nicht passwordgeschützt. Auf unserer Seite kann man keine Kerzen anzünden, diese Funktion ist auch nicht geplant. Dafür kann man aber auf unseren Seiten „Startseiten für Familien“ anlegen lassen und verstorbene Familienmitglieder, Ehepartner, Kinder etc. untereinander verlinken. Man kann sich zu Lebzeiten auch schon eine Gedenkseite bei uns reservieren lassen.

Übrigens bieten wir auch Hilfestellungen, falls Angehörige ein Problem haben, über den Verstorbenen zu schreiben. Ein entsprechendes Formular befindet sich auf unserer Webseite. Für diejenigen, die keine Bilder oder Biographen in digitaler Form vorlegen können, bieten wir zudem die Möglichkeit Bilder zu digitalisieren und handschriftliche Lebensläufe gegen Aufpreis in ein digitales Format zu übertragen. Selbstverständlich erhalten unsere Kunden nach Digitalisierung alle Ihre Unterlagen von uns zurück.

Wie kamen Sie auf die Idee zu werwarwer.de?

Norbert Hoffmann von werwarwer.de (Foto: privat)

Im Mai 2019 wurde ein Freund im Alter von 48 Jahren tot in seinem Haus aufgefunden. Er hatte keine Partnerin, keine Kinder. Die Eltern sind ebenfalls vor Jahren verstorben. In diesem Zusammenhang entstand die Idee für werwarwer.de, denn wir haben uns gefragt, was in ein paar Jahren noch an Wissen über die verstorbene Person übrigbleibt?

Zwar lebt zunächst Wissen über Verstorbene im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis weiter, aber es geht im Schnitt schon nach einer Generation verloren. Und auch diejenigen, die den verstorbenen Menschen kannten, sterben irgendwann.

Es gibt aus unserer Sicht keine ansprechenden Webseiten, wo man etwas über das Leben eines verstorbenen Ottonormalverbrauchers findet. Auch ein Grab auf einem Friedhof, welches meist nach 20 bis 30 Jahren verschwindet, sagt nichts über das Leben eines Menschen aus. Zudem geht der Trend heute immer mehr zu Bestattungen auf Waldfriedhöfen, teilweise auch zu anonymen Bestattungen.

Daher kam die Idee, mit einer Webseite allen Menschen die Möglichkeit geben, Informationen über Verstorbene zu finden. Überall auf der Welt kann man z.B. über ein Smartphone die Webseite aufrufen und sich so Bilder und Geschichten aus dem Leben des Verstorbenen in Erinnerung rufen.
Auch soll für zukünftige Generationen die Ahnenforschung aufgrund der Möglichkeit Familienangehörige miteinander zu verlinken erleichtert werden.

Welche Funktionen erwarten Ihre Kunden in der Zukunft?

Wir planen, in absehbarer Zeit auch die Möglichkeit zu geben, einen Stammbaum einzustellen.

Auf welche Weise realisieren Sie technisch und juristisch die „Ewigkeit“ des Angebots?

Unsere Gedenkseiten sind auf unbestimmte Zeit angelegt. Eine Garantie dafür kann es nicht geben, denn wir können nicht sagen, wie lange es die Menschheit oder das Internet noch geben wird. Aktuell können wir eine Einstelldauer bis zum Jahr 2045 garantieren. Wir sind aber sehr zuversichtlich, jemanden zu finden, der die Webseite in unserem Sinne weiterführt, wenn wir irgendwann einmal nicht mehr dazu in der Lage sein sollten.

Was raten Sie Hinterbliebenen, die eine Gedenkseite im Netz veröffentlichen möchten? Und was raten Sie Menschen, die schon zu Lebzeiten für ihr virtuelles Nachleben planen möchten?

Jeder sollte schon zu Lebzeiten Vorkehrungen für sein virtuelles Nachleben planen. Zu diesem Thema findet man viel Literatur im Internet. Dazu gehört nicht nur, Fotos zu digitalisieren und zu ordnen, sondern auch eine Geschichte zu den Fotos zu schreiben. Dies fängt aus unserer Sicht bei sich selbst an, geht aber weiter bis zu den Eltern, Großeltern usw. Neben all diesen Dingen kann man sich aber auch schon zu Lebzeiten Gedanken über seine eigene Gedenkseite machen.

 

Der Beitrag „Jeder sollte schon zu Lebzeiten Vorkehrungen für sein virtuelles Nachleben planen“ – werwarwer.de im Interview erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/werwarwer-de-im-interview/feed/ 0
Jetzt mitmachen: digital-danach.de überarbeitet das Anbieterverzeichnis zu digitalem Nachlass https://digital-danach.de/jetzt-mitmachen-digital-danach-de-ueberarbeitet-das-anbieterverzeichnis-zu-digitalem-nachlass/ https://digital-danach.de/jetzt-mitmachen-digital-danach-de-ueberarbeitet-das-anbieterverzeichnis-zu-digitalem-nachlass/#respond Sat, 31 Aug 2019 09:56:31 +0000 https://digital-danach.de/?p=3509

Das Thema von digital-danach.de ist seit jeher die Digitalisierung von Tod und Trauer: digitaler Nachlass, Online-Trauerkultur und alle angrenzenden Bereiche. Wir haben in den letzten 4 Jahren viele Seminare und ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Jetzt mitmachen: digital-danach.de überarbeitet das Anbieterverzeichnis zu digitalem Nachlass erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

Das Thema von digital-danach.de ist seit jeher die Digitalisierung von Tod und Trauer: digitaler Nachlass, Online-Trauerkultur und alle angrenzenden Bereiche.

Wir haben in den letzten 4 Jahren viele Seminare und Vorträge zu diesen Themen gehalten und nicht zuletzt zwei Fachkonferenzen veranstaltet. Dabei fiel uns ein Trend auf: Im Lauf der Jahre stellten immer mehr Teilnehmer und Besucher die Frage, an wen sie sich bei konkreten Anliegen wenden können. Wo es anfangs eher darum ging, Grundlagen zu schaffen und Praxistipps zu geben, ist heute die Vermittlung spezialisierter Nachsorgedienste, erfahrener Anwälte und hilfreicher Bestatter gefragt.

Daher haben wir uns entschieden, unser (schon immer recht gut besuchtes) Dienstleisterverzeichnis zu überarbeiten. Bislang listeten wir dort Plattformen und Online-Dienste für die individuelle Vorsorge sowie Unternehmen, die sich auf die Nachsorge spezialisiert haben. Wir ergänzen dies nun um Anwälte, Bestatter und Referenten, die sich den digitalen Nachlass auf die Fahnen geschrieben haben. Zudem soll Besuchern auch auf dieser Seite ein Überblick über Trauerportale geboten werden.

Um die Pflege praktikabel zu halten, planen wir, als Basiseintrag lediglich den Unternehmensnamen und die URL einer aussagekräftigen Website zu veröffentlichen. Anbieter, die z.B. branchen- oder unternehmensspezifische Anforderungen haben, können mit uns über einen kuratierten Eintrag sprechen. Dann können bspw. Logos und weitere Kontaktdaten eingefügt, spezifische Seiten verlinkt oder auch neuer Content (aktualisierte Interviews, Gastbeiträge) erstellt werden.

Wir freuen uns über alle Dienste-Anbieter, die sich über unser Formular eintragen möchten. Und natürlich sind wir gespannt auf Anregungen und generelles Feedback!

Der Beitrag Jetzt mitmachen: digital-danach.de überarbeitet das Anbieterverzeichnis zu digitalem Nachlass erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/jetzt-mitmachen-digital-danach-de-ueberarbeitet-das-anbieterverzeichnis-zu-digitalem-nachlass/feed/ 0
Neue Nachlass-Funktionen bei Facebook https://digital-danach.de/neue-nachlass-funktionen-bei-facebook/ https://digital-danach.de/neue-nachlass-funktionen-bei-facebook/#comments Wed, 10 Apr 2019 13:52:34 +0000 https://digital-danach.de/?p=3377

Vermutlich auch in Reaktion auf das BGH-Urteil hat Facebook gestern angekündigt, die Nachlass-Funktionen zu erweitern. Hier findet sich die offizielle Newsroom-Meldung. Darin heißt es bzgl. der Moderations-Möglichkeiten für Nachlasskontakte u.a.: ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Neue Nachlass-Funktionen bei Facebook erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

Vermutlich auch in Reaktion auf das BGH-Urteil hat Facebook gestern angekündigt, die Nachlass-Funktionen zu erweitern. Hier findet sich die offizielle Newsroom-Meldung.

Darin heißt es bzgl. der Moderations-Möglichkeiten für Nachlasskontakte u.a.:

Legacy contacts can now moderate the posts shared to the new tributes section by changing tagging settings, removing tags and editing who can post and see posts.

Nachlasskontakte für Minderjährige

Minderjährige selbst können nach wie vor keine Nachlasskontakte festlegen, aber Eltern können beantragen, als Nachlasskontakt ihrer Kinder zu fungieren:

While minors can’t select legacy contacts, we recently changed our policies to let parents who have lost children under 18 to request to become their legacy contact. We made this change based on feedback we received, and we hope it will provide some assistance to grieving parents.

Möglicherweise ist mit diesem „feedback we received“ auch die deutsche Rechtsprechung gemeint. Turi2 erwähnt zudem: „Auf private Nachrichten sollen [Eltern] keinen Zugriff erhalten.“

Nur noch Freunde und Verwandte

Bislang konnte jedermann unter Verweis auf Sterbeurkunden oder auch Online-Todesanzeigen einen Facebook-Account in den Gedenkzustand versetzen lassen. Das ändert sich laut Facebook nun:

We’ve heard from people that memorializing a profile can feel like a big step that not everyone is immediately ready to take. That’s why it’s so important that those closest to the deceased person can decide when to take that step. Now we are only allowing friends and family members to request to have an account memorialized.

Bevor es soweit ist, soll „Künstliche Intelligenz“ dabei helfen, den Facebook-Freunden unangenehme Situationen zu ersparen:

If an account hasn’t yet been memorialized, we use AI to help keep it from showing up in places that might cause distress, like recommending that person be invited to events or sending a birthday reminder to their friends.

Der Beitrag Neue Nachlass-Funktionen bei Facebook erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/neue-nachlass-funktionen-bei-facebook/feed/ 1
Digitaler Nachlass in Nürnberg https://digital-danach.de/digitaler-nachlass-in-nuernberg/ https://digital-danach.de/digitaler-nachlass-in-nuernberg/#comments Sun, 24 Mar 2019 06:37:50 +0000 https://digital-danach.de/?p=3363 Wir wohnen nun seit Ende 2017 (wieder) in Franken – und auch die hiesige Lokalpolitik ist nicht frei vom Thema digitaler Nachlass und wie man damit umgeht. Vor ziemlich genau ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Digitaler Nachlass in Nürnberg erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
Wir wohnen nun seit Ende 2017 (wieder) in Franken – und auch die hiesige Lokalpolitik ist nicht frei vom Thema digitaler Nachlass und wie man damit umgeht.

Vor ziemlich genau einem Jahr berichtete Sabine Stoll in den Nürnberger Nachrichten: „Nürnberg will sich um Internet-Daten der Toten kümmern“. Die SPD-Stadträtin Anita Wojciechowski wurde hier zitiert und es hieß: „Im nicht-öffentlichen Teil der letzten Sitzung des Finanzausschusses gaben die Parteien grünes Licht für einen digitalen Nachlass-Service.“

Und nun berichtet die NN (Print-Ausgabe vom 21.3.2019, online bislang wohl nicht verfügbar):

Finger weg vom digitalen Erbe: Stadt will nicht haften

[…] Der Grund: Es sei höchstrichterlich festgestellt worden (s. BGH-Urteil, Anm. DS), dass virtuelle Hinterlassenschaften mit dem materiellen Erbe gleichgestellt würden […] Soll heißen: Der digitale Nachlass geht […] auf die Erben über. Wer eine Bestattung in Auftrag gibt, muss aber nicht gleichzeitig der Erbe sein und darf deshalb womöglich gar keinen Zugriff auf den digitalen Nachlass bekommen.

Die Nürnberger Friedhofsverwaltung möchte sich nicht die „Tätigkeit eines Nachlassverwalters oder -gerichts“ anmaßen und kann daher die Aufgabe nicht erfüllen, über den Verbleib und die Verwendung digitaler Daten zu entscheiden. Außerdem fürchtet man, sich irgendwo in ein Haftungs-Problem zu setzen – und verweist auf private Anbieter.

Prinzipiell klingt das nach einer sinnvollen Entscheidung. Zwar geht es bei digitalen Nachlass-Verwertungen viel um Abmeldungen und Kündigungen (was traditionell in den Bereich der Bestatter fällt). Die Gefahr, dass generische Lösungen zum Verschwinden wertvoller Daten führen, ist aber ziemlich groß.

Der Beitrag Digitaler Nachlass in Nürnberg erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/digitaler-nachlass-in-nuernberg/feed/ 2
SafeBeyond geht offline https://digital-danach.de/safebeyond-geht-offline/ https://digital-danach.de/safebeyond-geht-offline/#comments Fri, 22 Mar 2019 06:58:02 +0000 https://digital-danach.de/?p=3362 Wer sich nach unserem Interview mit Moran Zur 2016 (deutsch, englisch) entschlossen hatte, den postmortalen Nachrichtendienst SafeBeyond zu nutzen, erlebt jetzt vielleicht eine unangenehme Überraschung: Das Unternehmen schließt die Pforten ... Weiterlesen ...

Der Beitrag SafeBeyond geht offline erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
Wer sich nach unserem Interview mit Moran Zur 2016 (deutsch, englisch) entschlossen hatte, den postmortalen Nachrichtendienst SafeBeyond zu nutzen, erlebt jetzt vielleicht eine unangenehme Überraschung: Das Unternehmen schließt die Pforten – und den Dienst. In einem letzten Newsletter werden Nutzer und Interessierte informiert:

After 5 years of hard work, bringing innovation with our unique vision, we are no longer being able to fund Safebeyond’s services. […] By the end of a 30 days period, all our servers will be shut down, so please login to your account and download any important data, so you can find a new service to keep it for you, or at least save it on your personal computer.

SafeBeyond reiht sich damit ein in die Armada nicht mehr existierender Nachlass-Dienste. Umso wichtiger: Bei der eigenen Vorsorge sollte man sich keinesfalls alleine auf einen kommerziellen Dienst stützen, dessen Langlebigkeit nicht garantiert werden kann.

Der Beitrag SafeBeyond geht offline erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/safebeyond-geht-offline/feed/ 6
Neueste Entwicklungen im Nachlass-Streit: Zwangsgeldbeschluss gegen Facebook https://digital-danach.de/facebook-streit-zwangsgeldbeschluss-gegen-facebook/ https://digital-danach.de/facebook-streit-zwangsgeldbeschluss-gegen-facebook/#respond Mon, 25 Feb 2019 19:00:46 +0000 https://digital-danach.de/?p=3353

Wie Heise, ZEIT und andere am Wochenende meldeten, wurde Facebook offenbar zu einem Zwangsgeld von 10.000 Euro verurteilt. Nach Angaben des Anwalts der Erben, Christian Pfaff, leistete Facebook dem BGH-Urteil ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Neueste Entwicklungen im Nachlass-Streit: Zwangsgeldbeschluss gegen Facebook erschien zuerst auf digital.danach.

]]>

Wie Heise, ZEIT und andere am Wochenende meldeten, wurde Facebook offenbar zu einem Zwangsgeld von 10.000 Euro verurteilt. Nach Angaben des Anwalts der Erben, Christian Pfaff, leistete Facebook dem BGH-Urteil aus dem Juli 2018 nicht ausreichend Folge.

Dateneinsicht vs. vollwertiger Login

Kurze Auffrischung: 2012 wurde ein damals 15-jähriges Mädchen von einer U-Bahn erfasst und kam ums Leben. Die Eltern wollten im Facebook-Account der Tochter und in deren privater Korrespondenz nach Hinweisen suchen, ob es sich um einen Suizid gehandelt haben könnte. Scheinbar kein Problem: Die Eltern verfügten über die Login-Daten der Tochter. Der Account war allerdings bereits in den Gedenkzustand versetzt worden – die Eltern waren folglich ausgesperrt. Also zogen sie vor Gericht, erst vors Landgericht Berlin, dann vors Kammergericht Berlin und schließlich vor den BGH.

In dritter und letzter Instanz verurteilte dieser Facebook im Juli 2018, den Eltern Zugriff zu gewähren: Diese hätten ein Recht darauf, den Vertrag anstelle der Erblasserin zu übernehmen und zu verwenden. Anscheinend hat Facebook den siegreichen Erben aber nur einen „USB-Stick mit einem 14.000 Seiten langen PDF-Dokument zur Verfügung gestellt“ (Heise). Der Anwalt hat nun ein Zwangsgeld erwirkt, um Facebook dazu zu bringen, vollen Zugriff zu gewähren.

Voller Zugriff: Aus Sicht von Facebook problematisch

Schenkt man Facebooks Argumentation Glauben, dann würde der Konzern der Familie gerne Zugriff gewähren. Allein:

Facebook erklärte, die Einrichtung eines „passiven Modus“, bei dem man auf Inhalte zugreifen, aber nicht darüber kommunizieren kann, sei technisch unmöglich. Im originalen, aktiven Modus verschickt ein Facebook-Profil beispielsweise auch selbsttätig Erinnerungen an Freunde. (Heise)

Und das beißt sich wohl mit anderen Pflichten Facebooks bzw. den Rechten anderer Nutzer.

Was Facebook mit diesem Schritt bezweckt, ist Spekulation: Spielt das Unternehmen auf Zeit? 10.000 Euro werden wohl nicht einmal in der Portokasse groß zu Buche schlagen. Facebook kann also weiter rechtliche Schritte prüfen. Ich halte es jedenfalls für unwahrscheinlich, dass Facebook klein beigeben und akzeptieren wird, dass das deutsche Erbrecht den Gedenkzustand, den Nachlasskontakt und die dahinterstehenden AGB-Sätze und Features aushebelt.

Was lernen wir daraus?

Der Vorfall offenbart, dass das ganze Thema „Nutzer-Accounts vererben“ doch nicht so einfach gelagert ist, wie sich das der Gesetzgeber und manche Anwälte vorstellen: Internationale Unternehmen zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, ist schwierig. Zudem können die nationalen Gesetzgebungen verschiedener Länder einander widersprechen. Und das Erben von verschlüsselter Kommunikation, die in einem abgeschlossenen Okösystem liegt, ist nicht einfach vergleichbar mit Briefen, die sich im Hausflur stapeln. Man darf also gespannt sein, wie dieser Fall weitergeht.

Der Beitrag Neueste Entwicklungen im Nachlass-Streit: Zwangsgeldbeschluss gegen Facebook erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/facebook-streit-zwangsgeldbeschluss-gegen-facebook/feed/ 0
Kurzstudie zum digitalen Nachlass der Verbraucherzentrale Niedersachsen https://digital-danach.de/kurzstudie-zum-digitalen-nachlass-der-verbraucherzentrale-niedersachsen/ https://digital-danach.de/kurzstudie-zum-digitalen-nachlass-der-verbraucherzentrale-niedersachsen/#respond Tue, 30 Oct 2018 16:21:09 +0000 https://digital-danach.de/?p=3271 Die Verbraucherzentrale Niedersachsen veröffentlichte am 15. Oktober 2018 eine 36-seitige PDF-Broschüre mit dem Titel „Digitaler Nachlass: Umgang mit Benutzerkonto und Daten nach dem Tod. Was Verbraucher wissen müssen – Ergebnisse ... Weiterlesen ...

Der Beitrag Kurzstudie zum digitalen Nachlass der Verbraucherzentrale Niedersachsen erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen veröffentlichte am 15. Oktober 2018 eine 36-seitige PDF-Broschüre mit dem Titel „Digitaler Nachlass: Umgang mit Benutzerkonto und Daten nach dem Tod. Was Verbraucher wissen müssen – Ergebnisse eines Praxistests“. Wir haben uns die Publikation genauer angeschaut.

Der Titel der Broschüre klingt vielversprechend und lässt auf ein Update der Verbraucherzentralen zum Thema digitaler Nachlass hoffen. Denn seit der themenspezifischen Kampagne #machtsgut der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Jahr 2014 ist viel passiert (siehe dazu auch die Artikel #machtsgut – Das Portal der Verbraucherzentralen: ein Test und #machtsgut – ein Interview mit Barbara Steinhöfel). Als aktueller Anlass für die Broschüre wird das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12 Juli 2018 genannt, das jetzt offiziell die Vererbbarkeit von Nutzer-Accounts bestätigt.

Im Rahmen einer kleinen, nicht repräsentativen Stichprobe hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen überprüft, inwiefern Online-Unternehmen über Regelungen im Todesfall informieren und ob Verbraucher und deren Hinterbliebene Benutzerkonten löschen können (hier gehts zur Kurzstudie).

Aufbau der Kurzstudie

Die Arbeit geht eingangs kurz auf die aktuelle Rechtslage ein und präsentiert auf den nächsten Seiten die Ergebnisse des Praxistest, für den die Verbraucherzentrale Niedersachsen 14 zufällig ausgewählte Dienste näher angeschaut hat, und zwar

  • die E-Mail-Dienstleister GMX, WEB.DE, Kabelmail, Gmail
  • die Sozialen Medien/Messenger Facebook, Instagram, WhatsApp
  • die App-Stores iTunes, Google Play
  • die Onlinehändler Amazon und ebay
  • die Bonussysteme PAYBACK und DeutschlandCard
  • und die Suchmaschine Google

Nach dem Fazit gibt es eine kurze Handlungsempfehlung für Verbraucher und einen kleinen Forderungskatalog.

Die Ergebnisse

Für den Praxistest hat sich die Verbraucherzentrale wie wir bei unseren Untersuchungen (siehe z. B. unseren Artikel zu Web.de) die AGB, FAQs und Hilfebereich vorgenommen und dabei untersucht, inwieweit die 14 Anbieter auf das Thema digitaler Nachlass eingehen. Es wurde recherchiert, ob Verbraucher ihre Konten löschen können, ob es evtl. einen Gedenkzustand gibt und welche Nachweise Angehörige bei einem Todesfall erbringen müssen. Zudem wurden alle Anbieter kontaktiert und um schriftliche Stellungnahmen gebeten. Fünf von 14 haben geantwortet und im Grunde die Recherchen bestätigt.

Die Ergebnisse werden in aller Kürze und mit zahlreichen Screenshots angereichert vorgestellt. Hier hätte man den Verbraucherinnen und Verbrauchern zuliebe etwas detaillierter vorgehen können. So fehlt bei den Ergebnissen zum Thema E-Mail-Anbieter (S. 7–14) z. B. ein Hinweis darauf, dass ein E-Mail-Konto erst dann gelöscht werden sollte, wenn der digitale Nachlass abschließend geordnet und sortiert ist. Würde es schon zu Beginn einer Nachlassverwaltung gelöscht werden, würde der wichtigste Ausgangspunkt für weitere Recherchen verloren gehen, ohne den sich Hinterbliebene unnötig schwer tun dürften.

Zudem wird in Sachen Gmail und Google schlicht festgestellt: „In den Nutzungsbedingungen finden sich keine Regelungen zum digitalen Nachlass“ (S. 14). Hier hätte man unbedingt den Kontoinaktivitätsmanager erwähnen sollen, mit dem Google wie kaum ein anderes Unternehmen Nutzern ein Mittel an die Hand gibt, um zu Lebzeiten vorzusorgen. Zugegebenermaßen ist er nicht unter dem Stichwort „Tod“ zu finden, diese Begrifflichkeit vermeidet Google, wie wir schon bei unseren Recherchen 2015 festgestellt haben: „Spannend ist übrigens, dass Google in den Hilfeseiten an keiner Stelle von Tod und Sterben spricht. Eine sinnvolle Sterbevorsorge ist der KIM [Anm. d Red.: Kontoinaktivitäts Manager] natürlich trotzdem.“ (Dennis Schmolk, Vorsorgen bei Google: Der Kontoinaktivitäts-Manager)

Auch nicht ganz nachvollziehbar ist, warum untersucht wurde, ob es für E-Mail-Konten einen Gedenkzustand gibt. (S. 7 und S. 8). Für soziale Netzwerke und Comunnities ist das sehr sinnvoll, für ein E-Mail-Konto nicht wirklich nötig.

Das Fazit der Verbraucherzentrale Niedersachsen

Das Fazit (ab S. 29) zum Umgang der Online-Anbieter mit dem Themenkomplex digitaler Nachlass überrascht nicht: Anbieter informieren kaum über das Thema, jedes Unternehmen regelt es anders und die Begrifflichkeit „digitaler Nachlass“ findet noch kaum Verwendung.

Dafür war es bei allen getesteten Accounts möglich, die Löschung entweder selbstständig anzustoßen oder zumindest zu veranlassen. Die Löschvoraussetzungen und der -prozess selbst sind dabei aber oft nutzerunfreundlich.

Entsprechend adressiert die Verbraucherzentrale ihre vier Forderungen an die Unternehmen:

  • Anbieter sollten besser über den digitalen Nachlass informieren

  • Als Nachweis sollten eine Ausfertigung oder eine beglaubigte Abschrift der letztwilligen Verfügung (Testament, Erbvertrag) sowie die Niederschrift über die zugehörige Eröffnungsverhandlung ausreichen

  • In den AGB dürfen Anbieter weder die Frage des Erbfolgenachweises, noch die Vererblichkeit selbst ausschließen

  • Unnötige Barrieren sind zu vermeiden. Wünschenswert wäre es, wenn Verbraucher direkt im Benutzerkonto eine Vertrauensperson sowie ggf. Wünsche für den Umgang mit dem digitalen Dienst hinterlegen könnten

Unser Fazit: Ein guter Überblick

Der Test bleibt an der Oberfläche. Die Stichprobe zeigt dafür umso deutlicher: Trotz des Urteils im Juli bleibt die Situation wie schon zuvor für Hinterbliebene umständlich, zeitintensiv und aufwendig. Die eingangs geschilderten rechtlichen Grundlagen erfüllt fast keiner der getesteten Anbieter – die Verbraucherzentrale hat aber anscheinend auch nicht spezifisch nachgehakt. Einen eigentlichen „Praxistest“ gab es nicht, nur Recherchearbeit. Trotzdem ein guter Überblick und aktuelle Screenshots. Und das Fazit deckt sich mit dem, was auch wir immer wieder weitergeben: Vorsorgen ist das Beste, was man unternehmen kann.

Der Beitrag Kurzstudie zum digitalen Nachlass der Verbraucherzentrale Niedersachsen erschien zuerst auf digital.danach.

]]>
https://digital-danach.de/kurzstudie-zum-digitalen-nachlass-der-verbraucherzentrale-niedersachsen/feed/ 0